Mitarbeiter der Gesundheit-Holding können für 2010 mit Rückzahlung rechnen

Gutes Ergebnis in Sicht

Gerhard M. Sontheimer

Kassel. Auch im vergangenen Geschäftsjahr schrieb die Gesundheit Nordhessen Holding (GNH), zu der auch das Kasseler Klinikum gehört, schwarze Zahlen. Das sagte Holding-Chef Dr. Gerhard M. Sontheimer am Mittwochabend beim Gesundheitsforum der GNH im Gebäude von Eon-Mitte.

Noch seien nicht alle Zahlen ausgewertet, doch eine leichte Steigerung des Gewinns werde möglich sein. Auch hoffe man, den GNH-Mitarbeitern wie auch im vorangegangenen Jahr mehr Geld zurückzahlen zu können, als im Rahmen des Zukunftssicherungsvertrages an Gehalt einbehalten wurde.

Hintergrund: Zur Zukunftssicherung des Unternehmens war eine stufenweise Absenkung und Wiederanhebung der Vergütung der Beschäftigten in den Jahren von 2007 bis 2015 beschlossen worden. Die GNH hatte 2009 mit mehr als sechs Millionen Euro die bisher größte Rückzahlung an die Mitarbeiter geleistet.

Im vergangenen Jahr hatte die GNH erstmals seit 2005, als die Holding auch durch den Kauf der Kreiskliniken mit vier Millionen Minus deutlich in die roten Zahlen rutschte, erstmals wieder schwarze Zahlen geschrieben. Unterm Strich blieben dem Konzern 1,61 Millionen Euro Gewinn. Rechnet man den Ertrag sämtlicher Konzerntöchter zusammen, ergab sich sogar ein Plus von 1,72 Millionen Euro.

Flaggschiff der Holding ist das Klinikum Kassel, das zurzeit grundlegend saniert, modernisiert und umstrukturiert wird. Vor einem Jahr gingen bereits die neu erbaute Zentrale Notaufnahme (ZNA) und ein Diagnostikzentrum in Betrieb. Sontheimer betonte, dass es in Deutschland nur wenige Kliniken gebe, die eine vergleichbare große und leistungsfähige Notaufnahme vorhalten. Diese sei relativ geräuschlos in Betrieb gegangen und werde „von fast allen im Klinikum als Erfolgsmodell angesehen“, sagte Sontheimer.

28 000 Notfälle

Im ersten Jahr zählte man in der ZNA rund 28 000 Fälle. Davon seien 15 000 Patienten ambulant behandelt worden, rund 13 000-mal sei eine stationäre Behandlung nötig gewesen, sagte Sontheimer vor knapp 200 Gästen aus dem Gesundheitswesen, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Thema das dritten GNH-Gesundheitsforums war die Kooperation zwischen ambulanten Arztpraxen und Krankenhäusern. Darüber, dass es hier in Zukunft noch mehr Verzahnungen geben muss, waren sich die Diskussionsteilnehmer auf dem Podium einig. Dieses aus den bislang zwei strikt getrennten Sektoren bestehende Gesundheitssystem zu verändern, werde man jedoch nur langfristig und schrittweise hinbekommen, glaubt der Staatssekretär des Bundesgesundheitsministeriums, Stefan Kapferer.

Die zu erwartende Entwicklung könnte solchen Veränderungen einen Schubs geben: der bereits spürbare und zunehmende Ärztemangel und die medizinischen Möglichkeiten, immer mehr Krankheiten ambulant zu behandeln. Die Basisversorgung durch die Hausärzte sah jedoch keiner der Diskutanten infrage gestellt.

Von Martina Heise-Thonicke

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