Wohnungsbaugesellschaft verkauft pro Jahr 18 ihrer Ein- und Zweifamilienimmobilien

GWG-Häuser sind begehrt

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Gesuchte Kaufobjekte: Siedlungshäuser der GWG, wie hier an der Wißmannstraße im Forstfeld, sind auch für Kaufinteressenten mit geringerem Einkommen attraktiv.

Forstfeld. Aus Mietwohnungen wird Eigentum: Die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft (GWG) der Stadt Kassel verkauft von ihrem Gesamtbestand an 8800 Wohnungen in 1400 Häusern, davon 350 Ein- und Zweifamilienhäuser, circa 35 Einheiten im Jahr.

„Das sind 18 Ein- und Zweifamilienhäuser, die in der Regel modernisierungsbedürftig sind“, sagt GWG-Geschäftsführer Peter Ley.

Bei Preisen zwischen 60.000 und 110.000 Euro für ein Haus seien die Häuser vor allem für einkommensschwächere Familien attraktiv. Es handele sich um eine seltene Preiskategorie auf dem Kasseler Wohnungsmarkt. Deshalb sei die Nachfrage gut und beeinflusse auch in Zukunft das Angebot. Ley betont: „Das betreiben wir in sehr kleiner Stückzahl seit zehn Jahren so. Es ist aber kein Schwerpunkt unserer Geschäftspolitik.“

Einen „Ausverkauf von Häusern aus dem Mietbestand der GWG“ befürchtet ein langjähriger GWG-Mieter im Forstfeld. Vor allem im Bereich Wißmannstraße und den benachbarten Straßen Windhukstraße und Togoplatz beobachte er einen „systematischen Verkauf“.

Allein in seiner Nachbarschaft seien in den vergangenen Monaten vier Häuser verkauft worden, sagt der Mann, der namentlich nicht in der Zeitung erscheinen möchte: „Man sieht überall in den kleinen Siedlungsreihenhäusern leere Wohnungen.“

Peter Ley

Dadurch verschärfe sich der Mietdruck, befürchtet er. Er selbst habe in der Verwandtschaft zwei junge Leute, die bei der GWG seit über einem Jahr auf der Warteliste für eine Mietwohnung stehen.

Von einem Verkauf im großen Stil könne keine Rede sein, sagt dazu Peter Ley. „Von den 1500 GWG-Wohnungen im Forstfeld verkaufen wir im Jahr im Schnitt fünf.“ Es handele sich vor allem um Wohnungen in Zweifamilienhäusern in der Forstfeldsiedlung. Überwiegend werde an Neubürger verkauft, die gerne im Forstfeld wohnen möchten. Auch Mieter seien an Käufen interessiert.

Meistens wohnten die neuen Eigentümer selbst im Haus. Voraussetzung für einen Verkauf sei ein Mieterwechsel und hänge dementsprechend davon ab, wann und wo eine Wohnung gekündigt wird. „Bei uns muss niemand ausziehen.“

Man erreiche mit der Erhöhung der Eigentümerquote eine bessere Durchmischung im Quartier, sagt Ley. Das sei wichtig, um die Viertel zu stabilisieren und Monokulturen aufzubrechen. Das treffe neben dem Forstfeld auch für die klassischen GWG-Siedlungshäuser am Rothenberg in Rothenditmold und im Philippinenhof zu.

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