Rapper vor Gericht

TV-Star Posch verteidigt Gangsta-Rapper Gzuz: So tickt der Kasseler Anwalt

Deutschrapper Gzuz sitzt im Amtsgericht Hamburg und macht Faxen vor den Augen vom Richter.
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Fällt negativ durch Faxen auf: Deutschrapper Gzuz muss sich vor dem Amtsgericht Hamburg verantworten und nimmt die Angelegenheit sichtlich nicht ernst.

Gzuz ist einer der erfolgreichsten Gangsta-Rapper. Nun steht er in Hamburg vor Gericht und wird vom Kasseler Anwalt Christopher Posch verteidigt. Es ist nicht der erste prominente Fall des Nordhessen.

  • Gzuz ist ein deutscher Rapper aus Hamburg
  • Jetzt steht der 32-Jährige vor Gericht
  • Sein Anwalt Christopher Posch kommt aus Kassel

Kassel / Hamburg - So viel wie zuletzt wurde noch nie über Christopher Posch getwittert. Bereits seit 2006 ist der Kasseler Strafverteidiger als TV-Anwalt bekannt – vor allem mit Reality-Formaten wie „Christopher Posch – Ich kämpfe für Ihr Recht!“ auf RTL. Nun aber verteidigt der 44-Jährige mit Gzuz einen der erfolgreichsten deutschen Rapper nicht im Fernsehen, sondern im echten Leben.

Es ist eine drehbuchreife Konstellation, weshalb jemand bei Twitter vorschlug, den Gzuz-Fall in eine der nächsten Sendungen mit Christopher Posch einzubauen. Kristoffer Jonas Klauß, wie der Gangsta-Rapper aus Hamburg richtig heißt, polarisiert. Für Kritiker ist das Mitglied der Gruppe 187 Strassenbande wegen gewaltverherrlichender und frauenfeindlicher Texte ein schlechtes Vorbild, aber viele junge Männer verehren Gzuz.

Gzuz' Verteidiger: So tickt Anwalt Christopher Posch aus Kassel

Am Amtsgericht seiner Heimatstadt werden dem 32-Jährigen Verstöße gegen das Waffengesetz, Drogenbesitz und Körperverletzung vorgeworfen. Unter anderem soll Gzuz an Silvester 2018 mit einer Schreckschusspistole geballert haben, obwohl er keine Waffen führen darf. Die Untersuchungshaft durfte er gegen 100.000 Euro Kaution verlassen.

Den Prozess, der wegen der Sommerpause unterbrochen ist, will Posch nicht kommentieren. Es ist nicht das erste Mal, dass der gebürtige Melsunger einen Prominenten vertritt. „Ich suche aber nicht die Öffentlichkeit“, sagt Christopher Posch. „Ich übernehme Mandate nicht, um Prominente zu vertreten. Ich arbeite nicht nach dem Ansehen der Person, sondern dann, wenn ich helfen kann und möchte.“ Es klingt wie eine Standardantwort, aber man glaubt es ihm. Andere Verteidiger haben Youtube-Kanäle und inszenieren sich auf Facebook. Posch hat seine Social-Media-Seiten auf privat gestellt und gibt kaum Interviews.

Gzuz‘ Anwalt Christopher Posch aus Kassel wollte Stuntman werden

Als Kind wollte der Sohn des ehemaligen hessischen Wirtschaftsministers Dieter Posch Privatdetektiv und Stuntman werden wie Colt Seavers in der US-Serie „Ein Colt für alle Fälle“, später dann Rechtsanwalt wie „Liebling Kreuzberg“ mit Manfred Krug, gestand er einst im Fragebogen der HNA.

Heute ist der Hobby-Boxer, der mit seiner Familie in Kassel lebt, auf vielen Feldern aktiv. Aus dem Kasseler Gefängnis „Elwe“ hat er als Investor ein angesagtes Wohnquartier in der Unterneustadt gemacht. Vor drei Jahren warb er mit Stars wie dem Fußballtrainer Jürgen Klopp als Botschafter für das Reformationsjubiläum. Zudem ist er an einer Produktionsfirma beteiligt, die zuletzt „Poschs Criminalz“ für den TV-Sender DMAX produziert hat.

Christopher Posch aus Kassel: Das Macht Gzuz' Anwalt heute

Neue Formate wird es vorerst aber nicht geben. „Es gibt immer wieder Anfragen wegen neuer TV-Projekte, aber der Beruf lässt das derzeit nicht zu“, so der Verteidiger von Kristoffer Jonas Klauß.

Wenn sich jemand in der Öffentlichkeit bewegt wie der Kasseler Jurist, ruft das Kritiker auf den Plan, die etwa Selbstinszenierung wittern. Wie Kollegen reagieren, kann Christopher Posch nicht sagen: „Mir hat noch niemand etwas Negatives ins Gesicht gesagt. Auch wenn manche vielleicht ein Problem damit haben – ich mach mein Ding.“

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