Ungenügende Erhaltung über Jahrzehnte

Die Hälfte der Kasseler Straßen ist kaputt: Geld für Sanierung fehlt

Kassel. Nahezu die Hälfte der Kasseler Straßen ist in einem desolaten Zustand. 48 Prozent des 680 Kilometer langen Straßennetzes in der Stadt sind in die letzten drei von insgesamt sechs Zustandsklassen eingestuft. Der Neuwert des Straßennetzes von rund einer Milliarde Euro hat nur noch einen Zeitwert von 482 Millionen Euro.

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Nach aktuellen Zahlen, die im Stadtverordneten-Ausschuss für Verkehr vorgelegt wurden, gehört fast jede vierte Straße (24 Prozent) zur Kategorie vier. Das ist bereits ein Warnwert für die Verwaltung, „da müssen wir tätig werden“, erklärt Abteilungsleiter Uwe Bischoff vom städtischen Straßenverkehrsamt. Bei diesen Straßen gibt es bereits Einschränkungen der Verkehrssicherheit. 17 Prozent der Straßen gehören zur Kategorie fünf und sind in so schlechtem Zustand, dass sie kaum noch zu reparieren sind. Bei sieben Prozent Straßen in der Zustandsklasse sechs hilft nur noch ein kompletter Neubau.

Weil die über Jahrzehnte ungenügende Straßenerhaltung im Rathaus seit wenigen Jahren als ernstes Problem erkannt ist, haben sich die Zahlen im Vergleich zum Jahr 2006 leicht verbessert. Damals waren 54 Prozent der Fahrbahnen hinüber.

In den nächsten Jahren sind Bauarbeiten an insgesamt 32 Straßen in der Stadt geplant. Man sei auf dem richtigen Weg, „aber wir sind noch lange nicht am Ziel“, sagt Straßenexperte Bischoff.

Zwar wurden seit 2010 jährlich rund 21 Millionen Euro investiert (etwa elf Millionen von der Stadt plus Zuschüsse). Das reicht, um den weiteren Verfall zu stoppen. Doch um den Zustand der Fahrbahnen wieder kontinuierlich zu verbessern, wären 25 bis 30 Millionen Euro pro Jahr nötig – das kann die Stadt nicht aufbringen. Kürzlich wurde der Straßenbauetat 2014 um 660 000 Euro gekürzt, um die Mehrkosten für den Umbau des Stadtmuseums bezahlen zu können. (ach)

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Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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