Mobiles Projekt klärt auf

Artgerechte Haltung von giftigen Tieren: Hände weg von Exoten

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Exotisch: Theo Renz zeigt den vierjährigen Tigerpython „Muschi“, der 2,20 Meter misst. Renz klärt über die artgerechte Haltung exotischer Tiere auf.

Kassel. Mehr als eine Million exotische Tiere werden in deutschen Haushalten gehalten. Und zehn bis 15 Tiere, vor allem Reptilien, werden jeden Monat in Auffangstationen abgegeben.

Das sagt Theo Renz. Gemeinsam mit Ramona Kendler aus Sontra informiert er ehrenamtlich mit dem mobilen „Aufklärungsprojekt für Reptilien und Exoten in Privathand“ während der Kasseler Herbst-Ausstellung über eine artgerechte Tierhaltung.

„Viele Menschen überschätzen sich und wissen nicht, was bei der Haltung exotischer Tiere auf sie zukommt“, sagt Renz. Seine Eltern und Großeltern zeigten bereits in ihrem Safari-Zoo exotische Tiere und leisteten Aufklärungsarbeit in Schulen, zum Teil mit der Unterstützung des bekannten Zoologen und Tierfilmers Bernhard Grzimek.

Viele kaufen laut Renz Tiere, wenn diese jung sind. Ein junger Leguan beispielsweise ist 30 bis 40 Zentimeter lang. Ausgewachsen misst er 1,50 bis zwei Meter. Die jährlichen Haltungskosten beziffert der 54-Jährige Tierfreund auf etwa 1500 Euro, davon entfallen 200 bis 300 Euro auf Strom. Außerdem verspeist ein ausgewachsener Leguan ein bis zwei Pfund Obst am Tag.

Da Leguane Baumbewohner sind, benötigen sie ein Terrarium von mindestens 17 Kubikmetern. In Gefangenschaft können sie bis zu 40 Jahre alt werden. Weil das viele Tierhalter nicht wissen, landen regelmäßig exotische Tiere in Auffangstationen wie in der in Sontra, mit der die Projektinitiatoren zusammenarbeiten.

Renz rät: Vor dem Kauf exotische Tiere sollte man sich beim zuständigen Verterinär-amt genau informieren: Muss ein Tier angemeldet werden? Wie sieht es mit dem Artenschutz aus? Was muss man bei der Haltung beachten? Welche Kosten entstehen. Besonders wichtig sei ein Herkunftsnachweis. Allein im Jahr 2011 wurden am Frankfurter Flughafen 700.000 illegal eingeführte Tiere beschlagnahmt. Am besten beziehe man Tiere aus der deutschen Nachzucht. Auf giftige Tiere sollte man Renz zufolge in Haushalten generell verzichten. „Das ist einfach zu gefährlich“, sagt er und fordert mehr Aufklärung über die Haltung exotischer Tiere.

Noch bis Sonntag, 11. November, informiert Ramona Kendler und ihr Team über die artgerechte Haltung exotischer Tiere (Halle 10+11, Stand 1103). Außerdem ist am Stand der sieben Zentimeter kleine Weißbüschelaffe „Susi“ und ihr Vater „King Kong“ zu sehen. Sie zählen zu den kleinsten Affen der Welt. Darüber hinaus können Messebesucher sehen, wie ein ungiftiger Albino-Tigerpython richtig gehalten wird.

Kontakt:

 Aufklärungsprojekt Ramona Kendler rkendler@gmx.net, www.rkendlers-reptilien.com

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