Baustelle Friedrich-Ebert-Straße ruht: Klagen über Parkgebühren

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Kassel. Die Einzelhandelskaufleute entlang der Ebert-Straße haben eine weitere Etappe der Bauarbeiten überstanden. Allerdings gibt es nun Klagen, was höhere Parkgebühren angeht.

Seitdem die Baustelle in der Winterpause ruht, liefen die letzten Tage des Vorweihnachtsgeschäfts deutlich besser, sagt zum Beispiel Sascha Sommer vom Floristik Studio.

30 bis 40 Prozent Umsatzeinbußen habe sein Geschäft wegen des Umbaus der Straße zu verkraften. Wäre seine einstige benachbarte Mitbewerberin mit „Heidis Blumenlädchen“ nicht weggezogen, „wäre wohl einer von uns in die Pleite gegangen“, so Sommer. „Es wurde immer weniger und weniger“, sagt Heidi Tschuppik, die nun in der Tischbeinstraße Blumen verkauft.

„Für uns war es nicht ganz so schlimm,“ zieht Lichtausstatter Peter Dannenberg (Ars vivendi) eine Zwischenbilanz. Sein Geschäft sei nicht so sehr von Laufkundschaft abhängig. Allerdings wisse er von vielen Kunden, dass sie während der Bauarbeiten die Friedrich-Ebert-Straße möglichst umfahren hätten.

„Es war aber lange nicht so schlimm, wie wir das Chaos durch die Bauarbeiten erwartet hätten“, schildert Walter Pape von Etui Mertl. Das sei vor allem der sehr guten Zusammenarbeit mit dem Stadtplanungsamt und dem Stadtbüro zu verdanken, lobt Apotheker Klaus Parzefall (Post- Apotheke) und Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft Friedrich-Ebert-Straße. „Die machen sofort die Ohren auf, wenn etwas aus dem Quartier kommt.“ So habe man sich auch darauf verständigt, dass die Gleisarbeiten erst in den nächsten Sommerferien in Angriff genommen werden, denn dann sollen die Stichstraßen zur Friedrich-Ebert-Straße wieder frei sein.

Das wird noch einmal eine schwierige Zeit, weiß auch Sascha Sommer. Deshalb überlegt er, dann vier Wochen seinen Laden zu schließen und zu renovieren.

„Aber wir sehen, dass es Fortschritte gibt“, sagt Parzefall. Die Struktur der bald neuen Einkaufsmeile im Quartier ist bereit erkennbar, „und wenn nachher erst die Bäume stehen, wird es richtig schön.“ .Für die Fußgänger werden breite Bürgersteige angelegt und mit der Straßenbahn, dem Fahrrad und dem Auto ist die Friedrich-Ebert-Straße gut zu erreichen.

Trauer um Brötchen-Tase

„Aber wir trauern um die Brötchen-Taste“ für Kurzparken, sagt Walter Pape. Kunden beklagten sich über die Erhöhung der Parkgebühren (50 Cent pro halbe Stunde) und die Ausweitung der kostenpflichtige Parkzeiten auf 20 Uhr. Parzefall: „Die meisten Einzelhändler erstatten bei Vorlage des Parkticket-Abschnitts die Gebühr für die erste halbe Stunde.“

Nach der Fertigstellung der Friedrich-Ebert-Straße würden aber sicher weitere Parkreserven benötigt. Abends seien auf der Ausgehmeile die Parkplätze bereits jetzt knapp. Eine Möglichkeit sei laut Parzefall die flexiblen Öffnung des Parkplatzes hinter dem ehemaligen Polizeipräsidium am Königstor. Jetzt will man mit dem Land darüber sprechen.

Von Martina Heise-Thonicke

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