Drei Schichten im Kasseler Daimler-Werk von Warnstreiks betroffen

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Erneut vor dem Werkstor: Im Achsenwerk der Daimler AG war am Montag der Betrieb erheblich beeinträchtigt, da in allen drei Schichten nach Kundgebungen die Arbeit weitgehend ruhte.

Kassel/Baunatal. Im Tarifstreit der Metall- und Elektroindustrie hat die die IG Metall Nordhessen zum Wochenbeginn ihre Warnstreikmaßnahmen verschärft.

Beim Daimler-Achsenwerk Kassel legten am Montagmorgen erneut etwa 900 Beschäftigte die Arbeit nieder - das waren zwei Drittel der anwesenden Werksbelegschaft - und gingen nach der Kundgebung nicht wieder an ihren Arbeitsplatz.

Auch für die Spät- und Nachtschicht gab es entsprechende Streikaufrufe. „Aufgrund der engen Lieferverflechtung bei Daimler ist davon auszugehen, dass die Aktion den Betriebsablauf erheblich stört“, sagte Dieter Seidel, Mitglied der IG-Metall-Merhandlungsdelegation und Betriebsratschef im Werk.

Die Gewerkschaft machte damit Druck im Vorfeld der nächsten Verhandlungsrunde am Mittwoch. Noch liegen die Forderungen weit auseinander: Die Arbeitgeber haben 3 Prozent Lohnzuwachs angeboten, die IG Metall fordert 6,5 mehr Geld sowie unbefristete Übernahme aller Ausgelernten und mehr Mitsprache beim Einsatz von Leiharbeitern.

 „Der von den Arbeitnehmern erwirtschaftete Produktivitätszuwachs soll sich allein in den Taschen der Arbeitgeber wiederfinden“, kritisierte Seidel: „Das werden die Metaller nicht zulassen.“

Gestreikt wurde am Montag erstmals auch im hessischen Kraftfahrzeughandwerk, wo ebenfalls Tarifverhandlungen laufen. Am späten Vormittag ließen etwa 200 von 220 Beschäftigten des Originalteile-Vertriebszentrums Mitte bei VW in Baunatal für eine Stunde die Arbeit ruhen.

Für diesen Wirtschaftssektor fordert die Gewerkschaft ein finanzielles Plus von 6 Prozent. „Im Lauf der Woche werden wir weitere tarifgebundene Betriebe in den Warnstreik rufen“, kündigte Wolfgang Otto von der IG Metall an. Am Dienstagmorgen solle etwa die Mecedes-Benz-Niederlassung in Kassel bestreikt werden. (asz)

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