Häuser stehen kurz vor Verkauf

Land trennt sich von Dienstwohnungen für Vollzugsbeamte

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Bald in privater Hand: Die bislang als Dienstwohnungen für Vollzugsbeamte genutzten Häuser neben der Justizvollzugsanstalt (im Hintergrund) an der Theodor-Fliedner-Straße in Wehlheiden sollen veräußert werden.

Kassel. Die Dienstwohnungen gegenüber der Justizvollzugsanstalt (JVA) I in Wehlheiden sind so gut wie verkauft. Käufer ist die Kasseler Immoprojekt GmbH in Gründung, wie aus einem Schreiben der JVA-Leitung an die Mieter hervorgeht. Danach wurde der Kaufvertrag am 5. Juli notariell festgehalten.

Er tritt in Kraft, wenn der Haushaltsausschuss und das Wiesbadener Kabinett dem Verkauf zugestimmt haben, wie Renate Gunzenhauser vom Hessischen Immobilienmanagement (HI) bestätigt. Dass der Verkauf abgelehnt wird, ist unwahrscheinlich.

Der Übergang an den neuen Eigentümer ist nach dem Schreiben vom 22. Juli für den 1. Oktober vorgesehen. Betroffen sind 39 Dienstwohnungen an der Theodor-Fliedner-Straße 1 bis 11. Das Land hatte seit Längerem einen Käufer für die Immobilien gesucht. Nach dem Wegfall der Residenzpflicht für die JVA-Bediensteten hatte der Landesrechnungshof deren Verkauf nahegelegt. Die im 19. Jahrhundert errichteten Wohnhäuser sind stark sanierungsbedürftig.

Aktualisiert am 10.8. um 10 Uhr

Das Land hatte die Wohnungen zunächst den Mietern zum Kauf angeboten. Doch das Interesse war gering, auch wegen des hohen Sanierungsaufwands. Der Verkauf an eine Wohnungsgesellschaft kam nicht zustande. Das HI war zwar mit mehreren gemeinnützigen Gesellschaften im Gespräch, doch die Verhandlungen scheiterten.

Einige Wohnungen stehen seit Längerem leer. Mieter sprechen von einem „riesigen Sanierungsbedarf“. Die Garagen seien baufällig. Es sei seit Jahren nichts mehr gemacht worden.

Die Häuser an der Theodor-Fliedner-Straße 1 bis 11 waren für die in der JVA Kassel I eingesetzten Justizvollzugsbeamten errichtet worden. Durch die Nähe zu der Strafanstalt konnten diese schnell vor Ort sein, wenn Gefahr im Verzug war. Allerdings soll die Nachfrage nach den Dienstunterkünften in den vergangenen Jahren wegen des schlechten Zustandes der 80 bis 180 Quadratmeter großen Wohnungen deutlich gesunken sein.

Insider kritisierten, das Land Hessen wolle die Sanierungskosten umgehen. Sie befürchten, dass langjährige Mieter nach dem Verkauf auf der Straße stehen könnten. Seit die Verkaufspläne im Frühjahr 2010 bekannt wurden, bangen diese um ihr Zuhause.

In der Justizvollzugsanstalt Kassel I sind einschließlich des angegliederten Zentralkrankenhauses und des Verwaltungs-Competence-Centers (VCC) Justizvollzug Nordhessen, einer zentralen Verwaltungseinheit für die insgesamt fünf nordhessischen Vollzugsanstalten, mehr als 300 Justizbedienstete beschäftigt.

Von Ellen Schwaab

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