Einhelliges Lob des Ortsbeirats Unterneustadt

Entwürfe von Architekturstudenten: Hafen als Wohnquartier

Noch Zukunftsmusik: Ob aus dem Kasseler Hafen ein Wohnquartier am Wasser wird, wie Architekturstudenten vorschlagen, ist offen. Archivfoto: Wienecke/nh

Unterneustadt. Ein Baumarkt, viele schwere Lastwagen, die Material an- und abtransportieren, viel betonierte Fläche und das typische Ambiente eines Gewerbegebiets mit in die Jahre gekommenen Gebäuden: Der Kasseler Hafen gehört nicht gerade zur Schokoladenseite der Fuldastadt.

Das könnte sich ändern, wenn Vorschläge von Architekturstudenten der Uni Kassel zur Umgestaltung des Gebiets zwischen Scharnhorststraße und der Straße „Am Hafen“ Wirklichkeit würden: Die Studierenden haben zehn Entwürfe für eine Bebauung des Hafengeländes mit schmucken Stadthäusern, Bürogebäuden und Eigenheimen erarbeitet. Für die Pläne und Ideen gab es nun viel Lob vom Ortsbeirat Unterneustadt. Dennoch sind die Realisierungschancen fraglich. Denn das Gelände befindet sich überwiegend im Privatbesitz. Dort sind unter anderem die Firma Transkal und der Kasseler Yachtclub ansässig.

Das Wohnen am Fluss sei sehr attraktiv, sagte Michael Triebswetter, Gastprofessor am Fachgebiet Architektur, Stadt- und Landschaftsplanung (ASL) der Uni Kassel. Städte wie Frankfurt und Hamburg hätten vorgemacht, wie man einen Hafen zu einem lebendigen Wohnquartiert umgestaltet.

Die Entwürfe der Studenten sehen eine block- oder hofartige Wohnbebauung vor. Einige schlagen auch den Bau von Häusern auf der dem Hafen vorgelagerten Landzunge vor, andere wollen sie als öffentlichen Park gestalten.

Fußgänger könnten dann jenseits der Hafenbrücke am Fluss promenieren, Radfahrer entlang der Fulda bis in die Innenstadt radeln. Die Firma Transkal habe Interesse signalisiert, mit der Stadt ins Gespräch zu kommen, sagte Triebswetter.

„Das öffnet den Blick darauf, was der Kasseler Hafen sein könnte“, erklärt der parteilose Andreas Süßengut. Das sei „eine Riesenperspektive für die Unterneustadt“, sagte Jan Röse (Grüne). Jetzt sei wichtig, dass die Entwürfe der Studierenden „nicht einfach in der Schublade verschwinden“. Das Interesse der Stadtplaner müsse geweckt werden. Etwas zurückhaltender äußerte sich Ortsvorsteher Joachim Schleißing (Grüne). „Da müssen viele Dinge zusammenkommen, damit das realistisch wird“, sagte er. Der frühere Ortsvorsteher Günter Böttcher (SPD) äußerte sich wegen des Hochwasserschutzes skeptisch. Das Gelände sei Überschwemmungsgebiet.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.