Staus rund um den Kreisel

Hafenbrücke dicht: Autofahrer mussten viel Geduld mitbringen

Kassel. „Wenn ich das gewusst hätte, wäre ich nicht gefahren“, sagt Peter Herbst. Wie viele andere stand der 73-Jährige aus Kaufungen am Samstagmittag im Stau. Wie jede Woche wollten er und seine Frau Teresa zur Kasseler Markthalle. Diesmal mussten sie viel Geduld mitbringen.

Weil die Hafenbrücke komplett gesperrt war, staute sich der Verkehr rund um den großen Kreisel. Über 50 000 Fahrzeuge rollen an einem normalen Tag über das Bauwerk - am Wochenende mussten sie sich andere Wege suchen. Die führten für die meisten über den Kreisel, der wie ein Nadelöhr wirkte. Ob Dresdener Straße, Nürnberger Straße, Leipziger Straße - Autokolonnen, soweit das Auge reichte. Stadteinwärts staute sich der Verkehr vom alten Bahnhof in Bettenhausen bis zum Altmarkt. Lange Schlangen, Hupen beim Seitenwechsel - zeitweise ging es nur im Schneckentempo voran.

„Es ist schlimmer als sonst“, stellte Andreas Bernhard aus Hess. Lichtenau denn auch fest. Nadine und Thomas Bachmann aus Kassel brauchten 20 Minuten für das kurze Stück vom Hallenbad Ost bis zum Unterneustädter Kirchplatz, wie sie verärgert berichteten. Michael Zinke aus Fritzlar stand eine halbe Stunde im Stau und fand das „nicht in Ordnung“. Ulrike Berndt aus Harleshausen, die ein Autohaus in Bettenhausen aufgesucht hatte, war ebenfalls verärgert. Schon die Hinfahrt habe viel Zeit gekostet, klagte die Autofahrerin, nun gehe es wieder nicht vorwärts.

Hafenbrücke dicht: Autofahrer mussten viel Geduld mitbringen

Einige Autofahrer ignorierten die Sperrung der Scharnhorststraße und versuchten ihr Glück über Schleichwege wie Hafenstraße und Sommerweg, kamen aber auch nicht schneller voran. Am Unterneustädter Kirchplatz mussten sie sich mühsam wieder in die Schlange einreihen. Dem Bau- und Gartenmarkt Obi an der Hafenstraße bescherte die Sperrung der Hafenbrücke einen unfreiwillig ruhigen Samstag. Der sonst gut ausgelastete Parkplatz war relativ leer. „Bevor sich die Kunden in den Stau stellen, werden sie sicher gar nicht kommen“, sagte Marktleiter Frank Eckardt. Auf die Bauarbeiten rund um die neue Hafenbrücke habe man aber keinen Einfluss. Eckardt nahm es gelassen.

„Wir haben die Hoffnung, dass es für die Kunden wieder einfacher ist, den Weg zu uns zu finden, wenn die Baustelle fertig ist“ , sagte er. Man sehe dem Ende der Bauarbeiten mit Freude entgegen. Nach drei Jahren Bauzeit soll es Ende Oktober soweit sein. Dann wird die 15 Millionen Euro teure neue Brücke über die Fulda offiziell übergeben. Bis Montag, 10. Oktober, werden restliche Asphaltarbeiten im Kreuzungsbereich Schützenstraße/Ysenburgstraße sowie auf der Ysenburgstraße erledigt. Die Hafenbrücke ist deshalb noch bis zum frühen Montagmorgen gesperrt.

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