31-jähriger Belgier, der als Kurier unterwegs war, muss fünf Jahre ins Gefängnis

Haftstrafe für Drogen-Chauffeur

Kassel. Um über 700 Kilogramm Marihuana im Wert von etwa 2,8 Millionen Euro war es in mehreren Prozessen vor dem Landgericht gegangen, diverse Urteile gegen Beteiligte an dem schwunghaften Handel wurden gesprochen, jetzt ist eines der letzten Verfahren abgeschlossen worden.

Fünf Jahre und zwei Monate kassierte ein 31-jähriger Belgier, der Kurierfahrten zwischen Holland und Deutschland erledigt hatte. Da er alles einräumte, musste kein Zeuge gehört werden.

Er berichtete, dass er der Chauffeur des Kopfes einer über Belgien, Holland und Deutschland verzweigten Bande war. Der Drogenboss hatte keinen Führerschein und brauchte deshalb einen Helfer. Über diesen zunächst harmlosen Job hinaus bekam der 31-Jährige immer öfter auch andere Aufträge: Er sollte Autos nach Holland bringen. „Mir war anfangs nicht klar, dass es dabei um Drogen ging.“ Autos sollen, so hatte es in anderen Verfahren geheißen, als Bezahlung für Drogenlieferungen gedient haben.

Später wurde er auch damit beauftragt, als Kurier für Geld - mitunter fünfstellige Beträge - zu arbeiten. Und dann ist er einige Male mit Taschen voller Drogen nach Deutschland unterwegs gewesen, oder er begleitete andere Kuriere als Aufklärer, der vorausfuhr, um vor Polizeikontrollen zu warnen. Aus anderen Verfahren ist bekannt, dass Drogenkuriere des Netzwerkes zwischen 1500 und 2000 Euro pro Fahrt verdient haben. Der 31-Jährige gab an, ihm seien 2000 bis 3000 Euro versprochen worden, am Ende habe er lediglich um die 1100 bekommen.

Der Kopf der Bande, der von seinen Kumpanen „Onkel“ genannt wurde, war im November 2011 vor dem Landgericht zu einer Haftstrafe von acht Jahren und elf Monaten verurteilt worden. Auch der 31-Jährige hat bereits eine Strafe kassiert: Im Februar 2011 verurteilte ihn das Landgericht Braunschweig zu drei Jahren und neun Monaten, nachdem er im September 2010 bei einer Kurierfahrt mit 35 Kilo Marihuana erwischt worden war. Diese Strafe musste in das aktuelle Urteil einbezogen werden.

Die Kasseler Richter hoben das Strafmaß auf fünf Jahre und zwei Monate an. Der Vorsitzende Richter hielt dem 31-Jährigen zugute, dass er in der Drogenbande eher ein kleines Licht war, und dass er seine Taten eingeräumt hat. Freilich habe das Marihuana eine sehr hohe Qualität gehabt, und die Mengen, die nach Deutschland gebracht wurden, seien nicht unerheblich gewesen.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft ist der Komplex des Drogennetzwerks um den „Onkel“ aus Belgien nun weitgehend abgearbeitet, es liege nur noch ein vergleichsweise unspektakuläres Verfahren beim Amtsgericht. (pas)

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