Untreue und Steuerhinterziehung

Kasseler Stadtverordneter Bernd Hoppe zu Haftstrafe verurteilt

Bernd Hoppe
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Bernd Hoppe

Der Kasseler Stadtverordnete Bernd Hoppe ist wegen Untreue und Steuerhinterziehung zu einer Haftstrafe verurteilt worden.

Kassel - Der Kasseler Stadtverordnete Bernd Hoppe muss wohl ins Gefängnis. Der 60-jährige Jurist, der jetzt als Imker arbeitet, ist am Donnerstag (07.10.2021) vor dem Landgericht Kassel zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und sieben Monaten wegen gewerbsmäßiger Untreue und Steuerhinterziehung verurteilt worden.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der frühere Anwalt Hoppe Geld einbehalten hat, das zwei Mandanten zustand. Im Jahr 2014 waren das über 40.000 Euro, im Jahr 2016 über weiter 3500 Euro. Zudem schlugen Fälle von Steuerhinterziehung zu Buche.

Kassel: Stadtverordneter Bernd Hoppe schon einmal wegen Untreue verurteilt

In das Urteil floss eine Verurteilung aus dem Jahr 2018 ein, als Hoppe schon einmal wegen Untreue verurteilt worden war (Hintergrund). Damals kam er noch mit einer Bewährungsstrafe davon. Am Donnerstag wurde aus beiden Urteilen eine Gesamtstrafe gebildet, die nicht mehr bewährungsfähig ist.

„Das war schlicht und ergreifend zu viel“, sagte der Vorsitzende Richter Matthias Besson bei der Urteilsbegründung zu dem Ex-Vorsitzenden der Kasseler SPD und ehemaligen Oberbürgermeisterkandidaten, der heute als alleiniger Vertreter der von ihm gegründeten Gruppe „Rettet die Bienen“ derzeit im Stadtparlament sitzt.

Stadtverordneter aus Kassel verurteilt: Hoppe kann noch Revision einlegen

Darüber hinaus wurde Hoppe zu einer weiteren Strafe wegen Steuerhinterziehung in zwei Fällen zu fünf Monaten Haft verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt worden ist. Diese Taten wurden separat verurteilt, weil sie von Hoppe erst nach der ersten Verurteilung im Januar 2018 begangenen worden waren. Die Urteile entsprachen den Anträgen von Staatsanwalt Fabian Ruhnau.

Hintergrund

Weil er Geld von Mandanten einbehalten hatte, war Bernd Hoppe bereits im Januar 2018 vor dem Kasseler Landgericht wegen Untreue in einem besonders schweren Fall und Untreue in vier weiteren Fällen verurteilt worden. Die Strafe: Zwei Jahre Gefängnis auf Bewährung, dazu kamen zwei Jahre Berufsverbot als Rechtsanwalt. Und Hoppe wurde angewiesen, 171.000 Euro zu zahlen, um den entstandenen Schaden wiedergutzumachen. 

Hoppes Verteidiger Marcus Mauermann hatte hingegen gefordert, Hoppe im ersten Fall der Untreue freizusprechen. Schließlich sei die Tat aus dem Jahr 2014 nach fünf Jahren verjährt gewesen, also im Jahr 2019. Das wertete das Gericht anders. Mit einem Durchsuchungsbeschluss aus dem Jahr 2018 habe es eine Verjährungsunterbrechung gegeben, so Besson. Bei dieser Durchsuchung stießen die Ermittler auch auf diesen schweren Fall der Untreue. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Es kann noch Revision eingelegt werden. (Ulrike Pflüger-Scherb)

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