Hagelschock kommt für Autofahrer noch

Nach Sturmschäden in Rekordhöhe steigen Versicherungsbeiträge

Spuren des Unwetters: Schäden an Tausenden Autos wurden im Juni nach dem schweren Sommersturm Ela unter anderem von Jacob Poos im Autohaus Glinicke Hessenkassel gesichtet und ausgebessert. Auf die Beiträge der Kfz-Versicherungen wirken sich die Schadenssummen ab 2016 aus. Archivfoto: Koch

Kassel. Schäden durch Hagel in Rekordhöhe meldet aktuell der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), was gerade für Autofahrer teuer wird.

Die Kasseler müssen allerdings erst ab 2016 tiefer in die Tasche greifen.

In von Unwettern stark betroffenen Gebieten steigen nun Beiträge der Kfz-Versicherungen, weil die Regionalklassen hochgesetzt würden, berichtet das Nachrichtenmagazin Focus. In Einzelfällen lägen Steigerungen bei 50 Prozent.

Trotz der schweren Unwetter im Sommer 2014 bleiben Kassel und Nordhessen von Preissteigerungen noch verschont. Denn Basis für die Versicherungsbeiträge 2015 sind die Daten und damit auch Wetterereignisse im Jahr 2013, in dem zwei besonders schwere Sommerstürme aber vorwiegend in anderen Teilen Deutschlands gewütet haben.

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Im Umkehrschluss heißt das: die schweren Hagelschäden in und um Kassel vor allem durch den Sommersturm Ela im Juni werden Autofahrer erst 2016 spüren. Nach vorläufigen Zahlen des GDV hat dieser Sturm Schäden von 650 Millionen Euro verursacht. Allein bei den Kfz-Versicherern seien 100.000 Schäden in Höhe von 250 Millionen Euro gemeldet worden. Schwerpunkte waren Nordrhein-Westfalen, aber auch Hessen.

In und um Kassel waren mehrere Tausend Schadensfälle gemeldet worden. Allein bei der HUK-Coburg als größtem Kfz-Versicherer waren in der Woche nach Sturm Ela 2700 Hagelschäden aufgelaufen.

Unwetterereignisse würden sich nicht unmittelbar auf die Regionalklassen auswirken, sagte GDV-Sprecherin Kathrin Jarosch auf Anfrage. Bei der Berechnung werde nicht nur ein Jahr betrachtet, sondern die Entwicklung „über einen längeren Zeitraum“. Dass sich Unwetter auf die Entwicklung der Prämien für verschiedene Regionen auswirken, sei „nicht auszuschließen“. Allerdings sind „für die Region Kassel von der HUK-Coburg keine Besonderheiten vorgesehen“. Welchen Einfluss der Sturm Ela hat, „kann man noch nicht sagen“, so Claudia Herrmann, Pressesprecherin der Allianz-Versicherung, die im Juni knapp 1200 Fahrzeugschäden in der Region Kassel gemeldet hatte. 2013 jedoch sei ein „Ausnahmejahr mit sehr vielen Ereignissen“ gewesen, sagte Herrmann. Das zeigt sich auch an den Zahlen. Durch Hagelschauer und Stürme wurden bundesweit 635.000 Autos beschädigt, was Kosten von etwa 1,5 Milliarden Euro verursachte – so viele wie noch nie.

Von Claas Michaelis

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