Nach NSU-Mord 2006 in Kassel

Yozgat-Anwalt: Aufklärung durch Verfassungsschutz systematisch blockiert

Kassel / Frankfurt. Im Kasseler NSU-Mord hat Hessens Verfassungsschutz nach Ansicht des Anwalts der Opfer-Familie eine Aufklärung systematisch blockiert. Das Verhalten der Behörde mit dem am Tatort anwesenden Verfassungsschützer sei als „Strafvereitelung“ zu bewerten.

Das sagte Alexander Kienzle am Montagabend in Frankfurt.

Er vertritt die Familie Yozgat als Nebenkläger im laufenden NSU-Prozess vor dem Oberlandesgericht München.

Im April 2006 wurde in Kassel der türkischstämmige Internetcafé-Betreiber Halit Yozgat mutmaßlich von den Terroristen des „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) erschossen. Am Tatort war damals - angeblich zufällig - ein Mitarbeiter des hessischen Verfassungsschutzes. Er verstrickte sich in Widersprüche. Unter anderem sprach er von der Ceska-Tatwaffe, bevor die Polizei dies öffentlich machte.

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Gedenken an NSU-Opfer Yozgat: Demonstranten kritisierten Verfassungsschutz

In Wiesbaden untersucht ein Ausschuss des Landtags das Verhalten der Behörden. Alle Fraktionen im Gremium haben sich am vergangenen Donnerstag nach gegenseitigen Blockadevorwürfen auf ein gemeinsames Vorgehen geeinigt.

Kienzle diskutierte in Frankfurt über den NSU-Komplex auf Einladung der Linken-Fraktion. (dpa)

Rubriklistenbild: © dpa

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