Umbau des Schwimmbades für KVG-Zwecke würde fünf Millionen Euro kosten

Umbau zu teuer: Hallenbad Ost bleibt Ruine

Tristesse unter Denkmalschutz: Das Hallenbad Ost an der Leipziger Straße in Bettenhausen wurde im Mai 2007 geschlossen, weil Betonteile der Decke in die Schwimmhalle gefallen waren. Seither wird das Gebäude nicht mehr genutzt. Archivfoto: Koch

Bettenhausen. Das ehemalige Hallenbad Ost bleibt vorerst eine Ruine. Ein Umbau des denkmalgeschützten Gebäudes für die Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG) würde für das Verkehrsunternehmen zu teuer.

Bruno Jerlitschka, Geschäftsführer der KVV Bau- und Verkehrsconsulting Kassel GmbH, die zuständig für die Zukunft des unter Denkmalschutz stehenden Bades ist, erklärte bei der Sitzung des Ortsbeirats Bettenhausen, es sei jetzt geplant, das Gebäude lediglich zu erhalten - mit minimalem Kostenaufwand. Die Höhe der Summe, die die KVG dafür jährlich aufbringen müsse, konnte er allerdings noch nicht nennen, sie muss erst ermittelt werden.

Als Gründe für diese reine Substanzerhaltung nannte Jerlitschka die Kosten, die sich bei Instandsetzung und Umbau auf mindestens vier bis fünf Millionen Euro belaufen würden.

Hinzu kämen dann Nutzungskosten, die in dieser Summe noch nicht enthalten sind. „Unter diesen Voraussetzungen macht eine neue Nutzung in der maroden Hülle einfach keinen Sinn“, sagte der KVV-Geschäftsführer.

Die Idee, im Eingangsgebäude Büros einzurichten, sei ebenso an den immensen Kosten und dem Renovierungsaufwand gescheitert, wie der Plan eines potenziellen Investors, dort ein Fitnessstudio zu eröffnen. „Ein Blick ins Innere des Gebäudes hat dem Mann genügt, und er hat die Flucht ergriffen angesichts des Sanierungsaufwands“, beschrieb Jerlitschka das Resultat eines Besichtigungstermins mit dem Fitnessstudiobetreiber.

Auch die Nutzung der Umkleideräume im Untergeschoss des Hallenbades sei wieder rückgängig gemacht worden, erläuterte Jerlitschka. Die Straßenbahn- und Busfahrer, die sich dort hätten umkleiden können, hätten die Möglichkeiten nicht wahrgenommen. Zu dunkel und zu einsam sei die Lage dort. Der Sicherheitsdienst, der das Gebäude betreuen sollte, sei bereits abbestellt, auch ein Zaun, der zum Schutz vor ungebetenen Gästen geplant war, wird nicht gebaut.

„Schade, wenn auf absehbare Zeit so einem Verfall beigewohnt wird“, sagte Ortsbeiratsmitglied Alfons Fleer (Grüne) und drückte damit die Stimmung im Beirat aus. Um sich ein Bild von den Zuständen im ehemaligen Hallenbad Ost zu machen, wollen die Ortsbeiratsmitglieder auf Einladung von Jerlitschka in einer ihrer kommenden Sitzungen eine Besichtigung der Ruine vornehmen.

Von Dagmar Buth-Parvaresh

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