Unternehmer Fels neuer Eigentümer

Hallenbad Ost verkauft - Nun sollen Büroräume entstehen

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Soll saniert und umgebaut werden: Der Baunataler Unternehmer Gotthard Fels hat das Hallenbad Ost gekauft.

Kassel. Das Hallenbad Ost ist in neuen Händen. Der Baunataler Unternehmer Gotthard Fels hat das denkmalgeschützte Gebäude aus den 1930er-Jahren von den Städtischen Werken erworben. In der seit Jahren ungenutzten Immobilie an der Leipziger Straße in Bettenhausen sollen Büroräume entstehen.

Das Eingangsgebäude will Fels sanieren, die marode Schwimmhalle mit der einsturzgefährdeten Decke soll abgerissen werden. An ihrer Stelle könnte ein Neubau entstehen.

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Damit aus den Plänen Wirklichkeit wird, muss der Bauunternehmer jedoch einen festen Partner finden. Ein großes Unternehmen, das eng mit VW zusammenarbeitet, hatte laut Fels Interesse bekundet, sich dann aber für einen Standort in Wolfsburg entschieden. Dieses Unternehmen hatte für seine Verwaltung einen Raumbedarf von 3500 Quadratmetern, die in einem vierstöckigen Neubau im Anschluss an das Hauptgebäude geschaffen werden sollten.

Fels ist der Mann für schwierige Fälle. In Kassel hat er unter anderem das jahrzehntelang brachliegende Karlshospital an der Fulda saniert, im ehemaligen Untersuchungsgefängnis Elwe am Unterneustädter Kirchplatz will er Wohnraum für Studenten schaffen. So bald die Baugenehmigung aus dem Rathaus da ist, soll es losgehen.

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Umbau und Nutzung des Hallenbades Ost sind ebenfalls problematisch. Rund um das Gebäude liegen Versorgungsleitungen in der Erde, der Vorplatz mit den Beuys-Bäumen und -Steinen dürfe nicht bebaut werden, sagt Fels. Das denkmalgeschützte Hallenbad sei nur eingeschränkt nutzbar - für Büros oder Autohandel. Einzelhandel und Wohnraum lehne die Stadt ab. Wenn es sich rechne, sei aus seiner Sicht auch die Ansiedlung des gemeinsamen Jobcenters der Stadt Kassel und der Agentur für Arbeit möglich. Deren Mitarbeiter sind bislang im Rathaus und im Hochhaus am Grünen Weg tätig.

„Die Entwicklung ist nicht ganz einfach“ 

„Die Entwicklung ist nicht ganz einfach“, sagt auch Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne). Die Denkmalpflege sei bereit, dem Rechnung zu tragen. „Herr Fels ist klar, dass das Projekt Geduld braucht.“ Dass die Stadt dort Flächen anmietet, schließt Nolda aber aus. „Wir sind in enger Abstimmung mit ihm und gern vermittelnd tätig“, sagt der Baudezernent. Allein die Sanierung des 500 Quadratmeter großen Hauptgebäudes würde laut Fels 2,5 bis drei Millionen Euro kosten, weitere 200 000 Euro seien für den Abriss der Schwimmhalle nötig.

Der Kaufvertrag mit den Städtischen Werken für das Hallenbad Ost sieht nach seinen Angaben ein Rückgaberecht bis Ende dieses Jahres vor. „Es ist viel zu machen“, sagt Fels.

Von Ellen Schwaab

Fotos: Das Hallenbad Ost in Bildern

Das Hallenbad Ost in Bildern

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