Neuer Eigentümer will Büros schaffen

Hallenbad Ost ist verkauft - Neuer Eigentümer will Büros schaffen

Hier könnten Büros entstehen: Das denkmalgeschützte Hallenbad Ost (Bild) an der Leipziger Straße in Bettenhausen ist verkauft. Der neue Eigentümer sucht nach Interessenten und neuen Nutzungsmöglichkeiten für die Immobilie. Fotos: Fischer

Kassel. Wo einst Bahnen geschwommen wurden, könnten demnächst Büros entstehen. Die Städtischen Werke haben das Hallenbad Ost an der Leipziger Straße 99 in Bettenhausen verkauft.

Im Sommer 2007 war das denkmalgeschützte Hallenbad wegen Baufälligkeit stillgelegt worden. Fast 80 Jahre war das Hallenbad-Ost eine beliebte Adresse für die Schwimmer aus der Stadt und dem Umland gewesen.

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Nach Angaben von Ingo Pijanka, Sprecher der Städtischen Werke AG, sei der Kaufvertrag bereits unterzeichnet. Allerdings habe der neue Eigentümer, dessen Identität die Stadtwerke nicht öffentlich machen, sich im Kaufvertrag für die historische Immobilie aus dem Jahr 1930 ein Rücktrittsrecht gesichert. Wenn sich die Pläne für eine Zukunft der Hallenbad-Ruine zerschlagen, kann der Käufer vom Vertrag zurücktreten, sagt Pijanka.

Blick ins Innere: Aus dem Schwimmbecken ist das Wasser längst abgelassen.

Bisher gab es die Idee, mithilfe des privaten Investors Büros für die gemeinsamen Jobcenter von Arbeitsagentur und Stadt im alten Hallenbad zu schaffen. Dabei sollte die historische Fassade des Baudenkmals ein Stück weit erhalten bleiben, dahinter aber ein Erweiterungsbau errichtet werden, um die benötigten Flächen schaffen zu können. Die Denkmalschutzbehörde soll dem Vorhaben im Grundsatz bereits zugestimmt haben.

Derzeit aber werde dieser Plan für die Jobcenter nicht weiter verfolgt, erklärt Kassels Sozialdezernent Dr. Jürgen Barthel (SPD). Man suche gemeinsam mit dem Partner Arbeitsagentur nach einer anderen Lösung für die Jobcenter.

Der neue Eigentümer des Hallenbad-Grundstücks muss sich demnach jetzt nach anderen Interessenten oder Nutzungsmöglichkeiten für die Immobilie umsehen. Ob es bei dem Vorhaben bleibt, am Standort zwischen der Kraftfahrzeug-Zulassungsstelle und dem KVG-Betriebshof neue Büro- und Verwaltungsflächen zu schaffen, ist noch unklar.

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Derzeit erkunde der Hallenbad-Käufer den Markt, ob es für Büros in Bettenhausen überhaupt einen Bedarf gebe, sagt Werke-Sprecher Pijanka. Zum anderen müsse der Investor mit dem Amt für Denkmalschutz noch detailliert klären, welche baulichen Änderungen er am Hallenbad Ost vornehmen könne.

Das Hallenbad Ost in Bildern

Das Hallenbad Ost in Bildern

In den vergangenen sechs Jahren waren mehrere Ideen für eine weitere Nutzung des alten Hallenbads gescheitert. Die meisten Anfragen gingen in Richtung einer kulturellen oder gewerblichen Nutzung – als Ort für Veranstaltungen, als Bürogebäude oder als Fitnessstudio. Die Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG) hatte mal geplant, in der maroden Gebäudehülle neue Büros zu schaffen, was aber an den hohen Sanierungskosten gescheitert war. So hätte ein Umbau des Schwimmbades für KVG-Zwecke rund fünf Millionen Euro gekostet. Auch die Nutzung der Umkleideräume im Untergeschoss für die Straßenbahn- und Busfahrer der KVG wurde rückgängig gemacht. Das Angebot war von den Fahrern wegen der dunklen und einsamen Lage nicht genutzt worden.

Von Ulrike Pflüger-Scherb und Jörg Steinbach

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