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Haltestelle in Kassel verschwunden - Verkehrsclub: „Widersinnig“

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Von: Andreas Hermann

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Schon abgebaut: Die Bushaltestelle Hafenbrücke an der Kreuzung B 83/Hafenstraße ist mit Ende der documenta fifteen weggefallen.
Schon abgebaut: Die Bushaltestelle Hafenbrücke an der Kreuzung B 83/Hafenstraße in Kassel ist mit Ende der documenta fifteen weggefallen. © amir selim

Eine Bushaltestelle in Kassel verschwindet mit Ende der documenta. Vom Verkehrsclub Deutschland kommt Kritik. Ganz vom Tisch ist sie aber noch nicht.

Kassel – Mit Ende der documenta fifteen sind in Kassel die d 15-Buslinie und auch einige provisorische Bushaltestellen wieder verschwunden, so auch die an der Hafenbrücke. Offenbar ist diese Haltestelle zwar bereits weg, aber noch nicht endgültig vom Tisch. Auch wenn die Nachfrage an der Haltestelle Hafenbrücke während der 100 Tage documenta vergleichsweise gering gewesen sei, „ist die Haltestelle im Sinne des Lückenschlusses im ÖPNV-Netz sinnvoll“, erklärte ein Stadtsprecher auf Anfrage. „Die Stadt Kassel beschäftigt sich deshalb mit der Planung einer barrierefreien, richtlinienkonformen und funktionsfähigen Bushaltestelle Hafenbrücke.“

Dem Wunsch nach Weiterbetrieb der provisorischen Haltestelle, den unter anderem der Verkehrsclub Deutschland (VCD) geäußert hat, könne die Straßenverkehrsbehörde aber leider nicht zustimmen. Denn die Anordnung der Haltestelle in stadtauswärtiger Fahrtrichtung sei problematisch. Die Verkehrsstärke sei für die Einrichtung einer Fahrbahnrandhaltestelle größer, als die in den Empfehlungen für ÖPNV-Anlagen genannten 2500 Kraftfahrzeuge (Kfz) je Stunde und Richtung, bei der zumindest noch eine Einzelfallprüfung denkbar wäre.

Haltestelle Hafenbrücke in Kassel: „Wichtiger Bestandteil des Kasseler Nahverkehrsnetzes“

Erschwerend komme hinzu, dass genau der Bereich der temporären Bushaltestelle in den vergangenen Jahren eine „Unfallhäufungsstelle“ wegen der vielen Spurwechsel gewesen sei. Am Fahrbahnrand haltende Busse würden zu noch mehr Spurwechsel beitragen, so die Straßenverkehrsbehörde. Deshalb habe die temporäre Haltestelle in dieser Form nicht dauerhaft beibehalten werden können. Den Erhalt der Haltestelle Hafenbrücke begründet der VCD-Kreisverband Kassel mit ihrer Bedeutung für das gesamte Umfeld. Die von den Buslinien 30 und 52 bediente Haltestelle sei die einzige im Bereich Hafenstraße mit Wohnquartier, Sudhaus, Baumarkt und Hafengelände „und damit auch außerhalb der documenta ein wichtiger Bestandteil des Kasseler Nahverkehrsnetzes“, sagte VCD-Sprecher Wolfgang Schmidt.

Nach seinen Angaben gab es die Haltestelle jahrzehntelang, bis die alte Buslinie 10 eine neue Führung zum Hafengelände und zum Lossewerk erhalten habe. Dabei sei die Haltestelle vor den OBI-Baumarkt verlegt worden. Mit der Liniennetzreform 2018 sei dann die Buslinie 10 zum Lossewerk eingestellt und zunächst die Regionalbuslinie 52, später auch die Linie 30, über die Hafenbrücke geführt worden.

Haltestelle Hafenbrücke in Kassel: Aufhebung laut VCD „widersinnig“

Schon zu diesem Zeitpunkt, im Frühjahr 2018, sei es versäumt worden, die Haltestelle Hafenbrücke wieder an der alten Stelle einzurichten. Nachdem sie durch die documenta nach vierjähriger Wartezeit wieder eingerichtet wurde, sei es nun „widersinnig“, sie wieder aufzuheben, kritisierte der VCD.

Er fordert daher die Stadt Kassel und die KVG auf, mit der Haltestelle die Bedienung dieses Quartiers durch die Buslinien sicherzustellen. Ansonsten würde der ÖPNV in diesem Bereich der Unterneustadt „wesentlich unattraktiver“. (Andreas Hermann)

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