Ortsbeirat: Verbreiterung der Haltestelle reicht nicht für gefahrlosen Zugang zur Uni

Überfüllte Haltestelle: Hopla-Pläne in der Kritik

Nord-Holland. Seit Jahren fordert der Ortsbeirat eine bessere Überquerungsmöglichkeit der Kurt-Wolters-Straße und mehr Sicherheit für Studierende, die den Uni-Campus jenseits des Holländischen Platzes erreichen wollen.

Die Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG) will nun bis Dezember für 150 000 Euro die Tram- und Bushaltestelle deutlich verbreitern.

Das Projekt entzerrt das jetzt schon zu beobachtende Gedränge von aussteigenden Fahrgästen, das mit der Einführung zusammengekoppelter Trams noch wachsen würde. Der KVG-Plan wurde vom Ortsbeirat einhellig begrüßt. Im Feuer der Kritik stehen jedoch die Pläne der Stadt, den Rechtsabbieger stadtauswärts auf Bürgersteigniveau anzuheben und zu pflastern. Dieses Vorhaben, beseitige die Gefahren für Fußgänger beim Überqueren der Kurt-Wolters-Straße nicht. 

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„Die bisherige Situation ist sicherer als das, was da geplant ist“, sagte Professor Dr. Helmut Holzapfel, Verkehrswissenschaftler an der Universität Kassel. Das Geld solle man lieber verwenden, um die Fußgängerfurt über die Kurt-Wolters-Straße zu verbreitern. Mit der – zu erwartenden – steigenden Zahl von Passanten auf der Kreuzung wachse die Gefahr von schweren Unfällen. „Was hilft den Menschen die Verbreiterung der Haltestelle, wenn sie sich anschließend über die Füße fahren lassen müssen?“, fragte Ortsbeiratsmitglied Dr. Helga Zöttlein (parteilos). 

Dabei hat das Straßenverkehrs- und Tiefbauamt laut Abteilungsleiter Heiko Lehmkuhl noch gar kein Geld für den Umbau des Rechtsabbiegers. Dieser werde etwa 100 000 Euro kosten, die die Verwaltung bei den Stadtverordneten noch beantragen müsse. Ortsvorsteherin Monika Sprafke (SPD) wies darauf hin, dass es für die Probleme am Holländischen Platz eine viel bessere Lösung gebe: Die Verlegung der Tram-Haltestelle direkt auf den Campus. Das hatte schon ihr Amtskollege Gerhard Franz (SPD) während der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats Wesertor gesagt. 

Für ein solch millionenschweres Projekt fehle einfach das Geld, sagten Lehmkuhl und Dirk Neubauer von der KVG. Hannes Volz (Grüne), stellvertretender Ortsvorsteher, schlug vor, die Fahrbahn zwischen Stern und Holländischem Platz auf die Tram-Geleise zu verlegen, um den Verkehr zu entzerren. Die Autos müssten dann automatisch hinter der Tram warten, wenn die Fahrgäste aussteigen und die Fahrbahn überqueren. 

 Der Ortsbeirat Nord-Holland will in seiner nächsten Sitzung Forderungen für bessere Überquerungsmöglichkeiten an der Kurt-Wolters-Straße diskutieren. (pdi)

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