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Halteverbote ohne Ende: Ärger über Dauerbeschilderung am Jungfernkopf

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Von: Katja Rudolph

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Halteverbotsschilder liegen auf dem Gehweg.
Plötzlich abgebaut: Nach der HNA-Anfrage wurden die seit Wochen aufgestellten Halteverbotsschilder in der Straße „Am Wäldchen“ überwiegend stillgelegt. © Privat

Ein wochenlanges absolutes Halteverbot wegen Kanalsanierungen sorgt am Jungfernkopf in Kassel für Ärger. Die Stadt äußert sich nun zu dem Chaos.

Jungfernkopf – Die Straße „Am Wäldchen“ am Jungfernkopf hätte in den vergangenen Wochen auch umbenannt werden können in „Am Schilderwäldchen“. Seit Mitte Oktober stehen auf der schmalen Straße in Kassel beidseitig Halteverbotsschilder – insgesamt mehr als 20 Stück.

Deren Gültigkeit wurde laut Zusatzhinweis zunächst ab dem 20. Oktober angekündigt. Doch Bauarbeiten wurden seither nicht gesichtet. Anwohner fragen sich: Was ist denn da los?

Halteverbot an der Straße „Am Wäldchen“: Jungfernkopf-Bewohner sind sauer

Einige Tage nach der Aufstellung im Oktober seien die Schilder mit neuen, unterschiedlichen Daten versehen worden, berichtet Anlieger Reiner Peterka. Doch erneut tat sich nichts. Inzwischen haben viele Anwohner ihre Autos wieder an der Straße geparkt.

Für so lange Zeit ein absolutes Halteverbot auszuschildern, das offensichtlich gar nicht benötigt werde, sei „bürgerfremd“, sagt Peterka und drückt damit den Unmut vieler Nachbarn aus. Welchen Hintergrund das Verbot hat, wissen sie nicht.

Ärger über Halteverbot-Schilder: Stadt Kassel äußert sich

Auf HNA-Anfrage bei der Stadt Kassel heißt es, dass seit Anfang Oktober in einigen Straßen am Jungfernkopf Kanalsanierungen stattfinden. „Hierfür war es notwendig in den betroffenen Straßen, unter anderem Am Wäldchen, im Bereich der Zugangsschächte diverse Halteverbote einzurichten“, so die Auskunft von Kasselwasser und dem Straßenverkehrsamt.

Die Anwohner seien Ende September per Wurfsendung informiert worden. Reiner Peterka ist sicher, dass keine Benachrichtigung in seinem Briefkasten steckte. Die Kanalsanierung finde in geschlossener Bauweise statt, erklärt der Stadtsprecher – das heißt: ohne Aufgrabungen.

Kanalsanierungen am Jungfernkopf: Baukolonne muss ständig Zugang zu Schächten haben

Dies sei kosten- und zeitsparend. „Jedoch ist es notwendig, dass die unterschiedlichen Baukolonnen über die gesamte Bauzeit immer wieder Zugang zu den entsprechenden Schächten haben“, so der Sprecher.

In der Straße „Am Wäldchen“ seien seit Beginn der Beschilderung bereits fünf Baukolonnen vor Ort gewesen, um Arbeiten in den Kanälen und an den Schächten auszuführen. Vorschriftsgemäß müssten zwischen dem Tag der Aufstellung und dem Halteverbot drei volle Tage liegen, erläutert der Sprecher. Daher würden die Schilder vier Tage vor dem jeweiligen Arbeitseinsatz aufgestellt. Die Schilder zwischenzeitlich zu entfernen, sei nicht möglich. Daher seien sie teilweise umgedreht worden, um den Anwohnern das Parken in der Zwischenzeit zu ermöglichen.

Kassel: Schilder am Jungfernkopf wurden abgebaut

Nach der HNA-Anfrage wurde am Freitag allerdings der Großteil der Halteverbotsschilder abgebaut und an den Gehwegrand gelegt. Nur sechs Stück mit Gültigkeit ab 27. November stehen noch. Bis die Schilder ganz verschwinden, wird es aber noch dauern: Die unterirdischen Kanalsanierungen sollen Ende des Jahres fertig sein.

Sichtbare Bauarbeiten finden jedoch seit wenigen Tagen auf der anderen Seite des Wäldchens am Kiefernweg statt. Hintergrund sind nach Auskunft von Stadt und Kasselwasser Schachtreparaturarbeiten, die an verschiedenen Stellen im Stadtteil bis Sommer 2023 vorgesehen sind. Die Arbeiten dauerten in der Regel zwei bis drei Tage. Anwohner würden nur in Ausnahmefällen informiert, sollte es zu relevanten Einschränkungen kommen. (Katja Rudolph)

Auch in der Riedwiesen-Siedlung in Kirchditmold gab es Streit wegen eines Schilderwaldes. Gut 100 Halteverbotsschilder säumten mehrere Anliegerstraßen.

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