Halteverbotsschilder an Weigelstraße

Anwohner wundern sich: Sackgasse ist gar keine

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Überall Halteverbot: Weil in der Wilhelmshöher Allee Abwasserrohre verlegt worden sind, gilt seit vier Wochen etwa auf der Hälfte der Weigelstraße absolutes Halteverbot. Der Sinn ist für viele nicht nachvollziehbar. Dieses Schild wurde zum Beispiel direkt hinter der Zufahrt vom Königstor neben dem alten Polizeipräsidium aufgestellt. Wer dort trotzdem parkt, bekommt Knöllchen

Kassel. Anwohner der Weigelstraße (Stadtteil Mitte) wundern sich seit vier Wochen. Seitdem sind sechs Halteverbotsschilder an der Straße aufgestellt worden, die Hälfte des Parkraums ist seitdem tabu. Die Gründe für die Sperrung sind aber nur schwer nachvollziehbar.

„Das versteht kein Mensch. Überall ist absolutes Halteverbot und dann sind die Schilder auch noch verstellt worden“, sagt Anwohnerin Antje Heyn. Kasselwasser verlegt in der Wilhelmshöher Allee seit Ende Mai Abwasserrohre. Deshalb habe man mehrere Seitenstraßen zwischen Königstor und Wilhelmshöher Allee, also auch die Weigelstraße, als Sackgassen eingerichtet, sagt Bauleiter Heinrich Lorenz.

Damit man am Ende der Sackgasse noch wenden könne, habe man absolute Halteverbotsschilder aufgestellt. Lorenz räumt ein, dass dies den Anwohnern komisch vorkommen muss, denn tatsächlich ist die Weigelstraße gar nicht zur Wilhelmshöher Allee gesperrt worden. Darauf habe man verzichtet, damit Anwohner weiterhin an der Wilhelmshöher Allee parken könnten.

Kasselwasser sei auch nur für dieses Halteverbot auf einer Länge von höchstens 15 Metern auf jeder Seite verantwortlich. Aus welchen Gründen weitere Verbotsschilder aufgestellt worden seien und wer dafür verantwortlich sei, wisse man nicht. Das Straßenverkehrsamt der Stadt Kassel hat die weitergehenden Halteverbote veranlasst, sagt Pressesprecherin Petra Bohnenkamp.

Man habe die eine Seite der Weigelstraße zu großen Teilen mit einem Halteverbot versehen, damit zur Baustelle fahrende Lkw die Straße besser passieren und Baumaterial auf der Straße gelagert werden könne, sagt Monika Büthe, Mitarbeiterin im Straßenverkehrsamt. Doch Material ist seit vier Wochen dort nicht gelagert worden.

Warum werden Flächen nicht erst dann gesperrt, wenn dies auch wirklich erforderlich ist? Baustellen seien ein „dynamischer Prozess“, deren Schwerpunkte sich verlagerten, sagt Heiko Lehmkuhl, Leiter des Straßenverkehrsamtes. Man könne nicht immer voraussagen, wann welche Fläche benötigt werde. Da müsse man den Unternehmern auch Freiheiten lassen.

Das absolute Halteverbot auf der rechten Seite der Weigelstraße werde nächste Woche übrigens wieder aufgehoben, sagt Büthe. „Baustellen verändern sich.“ Diese Erfahrung hat eine Anwohnerin in den vergangenen vier Wochen mehrmals gemacht. Weil die Verbotsschilder auf der Weigelstraße umgestellt wurden, die Frau ihren Wagen aber tagelang nicht bewegt hatte, stand sie plötzlich im Halteverbot.

Als Folge bekam sie ein Knöllchen. Es ist nicht der einzige Strafzettel, der seit Anfang Juni hier von Mitarbeitern des Ordnungsamtes verteilt worden ist.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

Die Weigelstraße in Kassel


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