Handel bietet Streusalz an, dabei ist Einsatz fast überall verboten

Streusalz: Überall erhältlich, aber fast überall verboten.

Kassel. Zu kaufen gibt es Streusalz spätestens seit Beginn der kalten Jahreszeit in fast jedem Bau- und Supermarkt. Aber in und um Kassel darf man es gar nicht einsetzen.

Zumindest nicht, um öffentliche Wege vor dem eigenen Haus pflichtgemäß schnee- und eisfrei zu halten. Im Gegenteil: Wer Salz streut, muss mit Bußgeldern von bis zu 500 Euro rechnen.

So steht es in der Winterdienstsatzung der Stadt Kassel. Ähnliche Vorschriften gelten in Gemeinden des Kreises.

Nur in Ausnahmen bei extremer Glätte sei der Einsatz von Salz zulässig, sagte Stadtreiniger-Sprecherin Birgit Knebel. Zum Beispiel bei überfrierender Nässe. Und natürlich könne jeder selbst entscheiden, was man auf Privatgrundstücken streut.

Bei Glätte auf öffentlichen Straßen sei es den Stadtreinigern vorbehalten sogenanntes Feuchtsalz einzusetzen, was „besser zu regulieren ist“, sagte Knebel. Außerdem hafte das Gemisch mit Wasser besser auf Straßen als Körner.

Auf den Widerspruch, dass im Einzelhandel Streusalz angeboten wird, obwohl es nicht verwendet werden dürfe, hatte kürzlich Bernd Häfner, Vorsitzender der Stadtverordnetenfraktion Demokratie erneuern/Freie Wähler (DeFW) hingewiesen. Auf seine Frage hatte Bürgermeister Jürgen Kaiser (SPD) in der Stadtverordnetenversammlung geantwortet, dass die Stadt mit ihren Möglichkeiten über das Verbot informiere.

Etwaige Auflagen für Einzelhändler seien nicht zielführend, sagte Kaiser. Schließlich sei Kassel Oberzentrum, wo auch Kunden aus Orten einkaufen, in denen womöglich Streusalz nicht verboten sei.

Viele dieser Orte gibt es jedoch nicht. Denn im hessischen Straßengesetz werden Gemeinden gewissermaßen aufgefordert, derlei Verbote in Satzungen zu erlassen. Im Kreis Kassel habe das nach seiner Kenntnis jede Kommune getan, sagte Kreissprecher Harald Kühlborn. Demnach dürften überall Verbote von Streusalz gelten.

Lesen Sie in der Montagsausgabe, in welchen Fällen Salz überhaupt erlaubt ist und warum es weitgehend verboten ist.

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