6000 kamen an zwei Tagen zum Kunsthandwerkermarkt in die documenta-Halle

Handgemacht kam gut an

Wie steht mir die Kopfbedeckung? Mandy Hartmann aus Habichtswald lässt sich auf dem Kunsthandwerkermarkt in der documenta-Halle von Christoph Nerenz beraten. Foto: Koch

Kassel. Entzückte Gesichter, wohin man schaute: Selbst diejenigen, die gar nichts kauften, schlenderten am Wochenende mit einem Lächeln auf den Lippen über den Kunsthandwerkermarkt in der documenta-Halle.

Liebevoll selbst gemachte Gegenstände und Kleidungsstücke - alles Unikate - wie bunte Hüte, Töpferware, Spielzeug aus Filz, gläserner Gartenschmuck oder Handgewebtes von 87 Ausstellern hatten auf die Besucher - 6000 waren gekommen, so viele wie im Vorjahr - offenbar eine wohltuende Wirkung. Anja Igel und Sohn Luca aus Söhrewald nahmen sich viel Zeit für den Einkaufsbummel. „Einmal laufen wir rund, erst dann entscheiden wir, was wir kaufen“, sagt Anja Igel. Natürlich seien darunter schon einige Weihnachtsgeschenke. Am Stand von Textilkünstlerin Manuela Gebhardt aus Halle mit den auffallenden Hüten, Schals und Stulpen probiert Anja Igel ein paar Kopfbedeckungen aus. Die möchte sie nicht verschenken, sondern sich am liebsten selber gönnen. Sie ist begeistert vom Angebot. Ebenso wie Mandy Hartmann aus Habichtswald, die sich von Christoph Nerenz in Sachen Hut beraten lässt: Welche Farbe steht mir besser?

„Es sind so wunderschöne Sachen“ schwärmt Barbara Engelhardt Reindler aus Kassel. Mit ihren Freundinnen Ute Willinger und Renate Malsch - alle drei Stammgäste auf dem Kunsthandwerkermarkt - stöbert sie im Strickdesign-Angebot von Hille Minas.

Mit wie viel Liebe die Kaufobjekte entstanden sind, davon bekommen die Kunden am Stand von Angelika Schülken aus Naumburg einen Eindruck. „Das ist mein Liebling“, sagt die Handwerkerin, als eine Kundin einen Elch aus Filz kauft: „Mach’s gut.“ „Ich werde ihn gut behandeln“, sagt die Kundin, lacht und packt das Filztier in die Tasche.

Fester Platz

Seit 1998 hat der Kunsthandwerkermarkt am ersten Novemberwochenende seinen Platz im Kasseler Veranstaltungskalender. Gegründet wurde er von den bis heute verantwortlichen Kasseler Kunsthandwerkerinnen Evelyn Berndt-Rojo (Textil-Designerin, Kinderbekleidung) Martina Heumann-Bayer (Kunstpädagogin und Seidenmalerin) und Christiane Weiß (Hut-designerin). Ihr Wunschtraum und die Idee, einen Markt zu etablieren, der „hochkarätigen Kunsthandwerkern eine Möglichkeit bietet, gut gearbeitetes, ausgefallenes Kunsthandwerk auszustellen und zum Verkauf anzubieten“, habe sich schon in den ersten Jahren erfüllt, sagt Berndt-Rojo.

Nach den ersten zehn Veranstaltungen im Südflügel des Kulturbahnhofs ist der Markt 2009 in die documenta-Halle umgezogen. Der Umzug habe dem Markt nicht geschadet, im Gegenteil: „Das Kunsthandwerk kommt in der hellen documenta-Halle noch besser zur Geltung.“

Eine Fotogalerie finden Sie im Internet unter: www.hna.de/foto

Von Christina Hein

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