Eberhard Bierschenk hört auf

Handwerkskammer Kassel: Hauptgeschäftsführer geht in Ruhestand

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Das will er hin: Eberhard Bierschenk will mit Ehefrau, Bruder und Schwägerin noch einmal die fast 4000 Kilometer lange Route 66 von Chicago nach Los Angeles abfahren. Heute ist sein letzter Arbeitstag als Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Kassel. 

Für die Handwerkskammer Kassel endet jetzt eine Ära: Hauptgeschäftsführer Eberhard Bierschenk, der seine Kammerkarriere 1978 als Sachbearbeiter begann, wechselt in den Ruhestand.

Auf ihn folgt Jürgen Müller, der sich seit September eingearbeitet hat.

Eigentlich hatte der 68-Jährige vor zwei Jahre bereits in Rente gehen wollen, aber auf Drängen des Präsidiums um Kammerpräsident Heinrich Gringel verlängerte der waschechte Kasseläner noch einmal. 

Der Grund: Bierschenk sollte den 2012 begonnenen Neu- und Umbau des Berufsbildungszentrums (BZ) in Waldau noch zu Ende bringen. Für 35 Millionen Euro entstand dort eine der bundesweit modernsten Einrichtungen ihrer Art. Das BZ ist die mit Abstand größte Einzelinvestition in der langen Kammergeschichte und gehört zu den größten beruflichen Herausforderungen, denen sich der Jurist stellen musste.

Aber auch die Wiedervereinigung, in deren Zuge die Kasseler beim Aufbau einer modernen Handwerkerorganisation in Erfurt halfen, und die Novelle der deutschen Handwerksordnung 2004 gehören zu den beruflichen Höhepunkten des bekennenden Bayern-Fans.

„Das war schon viel Arbeit“, erinnert sich Bierschenk an die turbulenten Zeiten. Umso mehr freut er sich auf den Ruhestand. „Das fühlt sich gut an“, versichert der Macher. Von Wehmut keine Spur: „Ach was. Ich freue mich, dass ich mir die Zeit nun selbst einteilen kann“. Geplant ist neben dem Besuch eines Helene-Fischer-Konzerts sowie einem Urlaub in St. Gilgen in Österreich ein langer Tripp durch die USA mit seinem Bruder und Ehefrauen. 2006 bereits fuhren sie in drei Wochen die legendäre Route 66 von Chicago nach Los Angeles ab. „Das wollen wir nun wiederholen, aber diesmal länger“, sagt der Vater zweier Kinder und Großvater eines Enkels.

Aber auch nach dem USA-Tripp dürfte kaum Langeweile aufkommen. Bierschenk, der viele Jahre teils als Spieler, teils ehrenamtlich in verantwortlichen Positionen für den TSV 91 Kassel-Oberzwehren und den KSV Baunatal aktiv war, spielt Tennis und Bowling und fährt leidenschaftlich gern Cabrio. Außerdem will er sich stärker um seinen 13-jährigen Enkel kümmern.

Der spätere Jurist wurde 1948 in Kassel geboren und legte sein Abitur an der Albert-Schweitzer-Schule ab. Nach dem Wehrdienst studierte er in Gießen Jura. Es folgten Referendariat am Landgericht Kassel und 2. Staatsexamen. 1978 schließlich wechselte Bierschenk zur Kammer, wo er bis zu seiner Ernennung zum Hauptgeschäftsführer im Jahr 2009 in mehreren leitenden Positionen tätig war.

Kollegen und Wegbegleiter schätzen seine besonnene, ausgleichende und kollegiale Art sowie die ruhige Hand, mit der er die Handwerkskammer mit ihren 90 Mitarbeitern (auf 70 Vollzeitstellen) auch durch turbulente Zeiten führte. Für seine Verdienste ums Handwerk wurde Bierschenk in der jüngsten Vollversammlung mit der Goldenen Ehrennadel der Kammer ausgezeichnet.

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