Fragen und Antworten zur neuen Technik

Parken in Kassel: Handy-Tickets mit Tücken

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So funktioniert es am bequemsten: Die Parkticket-App „TraviPay“ ist gratis in den App-Stores für iOS und Android verfügbar. Wer will, kann seinen Standort automatisch erkennen lassen. Auf einer digitalen Drehscheibe wählt man die gewünschte Parkzeit.

Kassel. Parkgebühren per Handy zu zahlen, wird von vielen Fahrern gern genutzt. Andere blicken stirnrunzelnd auf ihr Handy und füttern nach Fehlversuchen dann doch den Automaten.

Denn für etliche Handybenutzer funktioniert der Service nicht ohne weiteres. Wir erklären, woran das liegt und wie der Ticketkauf per Mobiltelefon doch noch klappt. Fragen und Antworten zu der neuen Technik:

Wie funktioniert das Handy-Parken grundsätzlich? 

Es gibt zwei Wege, Parktickets per Handy zu kaufen:

• Man schickt eine SMS mit dem Autokennzeichen und der gewünschten Parkdauer an eine Nummer, die am nächstgelegenen Parkscheinautomaten steht. Dort ist auch das genaue Verfahren erklärt.

• Wer ein Smartphone hat, kann die komfortablere App „TraviPay“ benutzen, die für iOS- und Android-Geräte verfügbar ist. Beim ersten Start wird die eigene Handynummer registriert und bestätigt. Dann wählt man den Parkplatz auf einer Karte aus (oder erlaubt eine automatische Standortbestimmung) und gibt sein Kennzeichen ein. Auf einer digitalen Drehscheibe kann man dann die Parkzeit auswählen.

Welche Probleme treten in der Praxis auf? 

Bestimmte Nutzer der App erhalten zwar die Meldung, dass ihre Handynummer ordnungsgemäß registriert wurde. Wenn sie dann aber auf „Jetzt bezahlen“ drücken, passiert nichts - eine Bestätigungsmeldung bleibt aus. In diesen Fällen ist tatsächlich auch keine Parkzeit bezahlt.

Wer dann versucht, ein Ticket alternativ per SMS zu lösen, hat ebenfalls kein Glück. Er bekommt dann aber immerhin die sinngemäße Nachricht, dass ihr Netzbetreiber den Bezahlvorgang abgelehnt habe.

Warum haben manche Nutzer Schwierigkeiten und wer ist betroffen? 

Probleme können bei jenen auftreten, die nicht direkt Kunde eines der großen Netzbetreiber sind - also T-Mobile, Vodafone sowie O2/E-plus, die zusammen einen Marktanteil von etwa drei Vierteln aller Mobilfunkverträge haben. Daneben gibt es aber zahlreiche Anbieter ohne eigenes Netz - etwa 1&1, Klarmobil, Simyo und viele weitere mehr.

Ein Beispiel: Jemand ist Kunde bei 1&1 und telefoniert technisch gesehen über das Netz von E-plus. Wenn diese Person in Kassel ein Handy-Parkticket zu kaufen versucht, wird E-Plus diesen Vorgang zurückweisen. Denn dort ist der betreffende Kunde unbekannt, da seine Abrechnungsdaten bei 1&1 verwaltet werden. Somit kann der Netzbetreiber die Parkgebühr nicht einziehen.

Gilt das für alle Kunden von Mobilfunk-Anbietern ohne eigenes Netz? 

Kein Problem gibt es bei Verträgen von Mobilcom-Debitel. Mit diesem Anbieter hat die Firma Sunhill, Technikdienstleisterin der Stadt Kassel, eine Abrechnungsvereinbarung.

Laut Sunhill kann ein Grund für die Ablehnung von Handy-Ticketkäufen auch darin liegen, dass Kunden bei Vertragsabschluss einer Sperre für mobiles Bezahlen zugestimmt hatten. Dies könne man beim Anbieter aber wieder freischalten lassen.

Bei Prepaid-Verträgen kann es auch sein, dass das Guthaben nicht ausreicht, um die gewählte Parkzeit zu bezahlen.

Müssen betroffene Handynutzer weiterhin mit Münzen am Automaten bezahlen? 

Nein, auch für sie gibt es einen Weg, die neue Ticket-Kaufmöglichkeit zu nutzen - indem sie sich auf der Website www.travipay.com mit einem Benutzerkonto registrieren.

Dort kann man dann für die Parkschein-Abrechnung weitere Zahlungswege per Bankeinzug oder per Kreditkarte hinterlegen. Die angegebene Handynummer dient dann nicht mehr zur Bezahlung, sondern nur noch dazu, den Kunden zu identifizieren.

Nicht nur über die Travipay-App, sondern ebenso per SMS funktioniert der Parkscheinkauf dann künftig - inklusive Erinnerung aufs Handy, wann die Parkzeit abläuft und der Möglichkeit, bequem vom Café oder von unterwegs aus nachzulösen.

Wie wird der neue Service von den Fahrern nachgefragt? 

Nach Auskunft der Stadtverwaltung haben Autofahrer in den ersten zweieinhalb Monaten (bis 31. August) insgesamt 22634 Mal ihre Parkgebühren per Handy bezahlt. Etwa 60 Prozent dieser Fahrer nutzten die App, die anderen zahlten per SMS.

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