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Nordmanntanne für Kasseler Weihnachtsmarkt: Hans macht alle glücklich

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Von: Ulrike Pflüger-Scherb

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Am Wochenende wurde der Weihnachtsbaum auf dem Königsplatz in Kassel aufgestellt. Der Märchenweihnachtsmarkt soll am 21. November eröffnet werden.

Kassel – Andrea Emde dürfte aktuell zu den beliebtesten Menschen in Kassel zählen. Zumindest unter den Fans des Kasseler Weihnachtsmarkts. Die 58-jährige Frau aus Niederzwehren hat nämlich für den diesjährigen Weihnachtsmarkt ihre Nordmanntanne zur Verfügung gestellt. Und der 16,7 Meter hohe und zwei Tonnen schwere Baum, der von Kassel Marketing den Namen Hans (angelehnt an das Motto des Marktes „Hans im Glück“) bekommen hat, ist wunderschön.

Kein Vergleich zu der Rotfichte Heinrich, die im vergangenen Jahr auf dem Königsplatz für Hohn und Spott sorgte. „Letztes Jahr hatten wir ja Frankfurter Verhältnisse“, sagt Barbara Schmidt aus Kassel, als sie sich den neuen Baum am Samstagmittag anschaute. Traditionell haben die Verantwortlichen des Frankfurter Weihnachtsmarktes kein glückliches Händchen, wenn es um die Auswahl des Weihnachtsbaumes für den Römer geht.

Das weiß auch Oliver Braun, Projektleiter für den Weihnachtsmarkt bei Kassel Marketing. Er hat ein Foto von Manni, dem diesjährigen Frankfurter Baum geschickt bekommen. „Da fehlt ja die Hälfte“, sagt Braun, als er am Samstagvormittag das Aufstellen von Hans auf dem Königsplatz begleitet und darauf achtet, dass er gerade steht.

Einige filmten mit dem Handy: Das Aufstellen von Hans auf dem Königsplatz hat am Samstag knapp eine Stunde gedauert.
Einige filmten mit dem Handy: Das Aufstellen von Hans auf dem Königsplatz hat am Samstag knapp eine Stunde gedauert. © Andreas Fischer

Weihnachtsbaum am Königsplatz in Kassel: „Dieses Jahr ist der Baum hundertprozentig“

Hans ist voll und gut gewachsen. „Dieses Jahr ist der Baum hundertprozentig“, sagt auch Edeltraud Weide aus Kassel, die das Aufstellen mit ihrem Mann Willi beobachtet. Der fügt hinzu: Letztes Jahr sei der Baum ja eine Krücke gewesen.

Hans war am Samstagmorgen im Garten von Andrea Emde in Niederzwehren gefällt worden. Emde, die das Haus mit Grundstück vor fünf Jahren gekauft hat, hat bei den Vorbesitzern in Erfahrung gebracht, dass der Baum vor etwa 30 Jahren gepflanzt worden ist, nachdem er zuvor als Weihnachtsbaum gedient hatte.

Mitarbeiter vom Umwelt- und Gartenamt hätten festgestellt, dass die Nordmanntanne von innen zu trocknen angefangen habe, erzählt Emde. Deshalb habe sie über kurz oder lang ohnehin weichen müssen. „Jetzt wird sie nicht einfach nur umgehauen, sondern hat ein schönes Ende.“

Die Spenderin: Andrea Emde aus Niederzwehren.
Die Spenderin: Andrea Emde aus Niederzwehren. © Fischer, Andreas

Längster Weihnachtsmarkt, den es jemals in Kassel gegeben hat

Die Frau, die für eine Sozialversicherung in Kassel arbeitet, hatte ihren Baum schon im vergangenen Jahr Kassel Marketing angeboten. Bekam aber eine Absage. Stattdessen hätten sie den hässlichen Baum bevorzugt, sagt Emde.

Aber vielleicht hat sich Kassel Marketing den schönen Hans einfach nur für dieses Jahr aufgespart. Denn 2022 feiert der Kasseler Märchenweihnachtsmarkt seinen 50. Geburtstag. „Wir haben bei den Schaustellern extra noch mal nachgefragt: Der erste Markt hat 1972 stattgefunden“, so Braun. Darüber hinaus handelst es sich um den längsten Weihnachtsmarkt, den es jemals in Kassel gegeben hat. Das liegt daran, dass der Totensonntag in diesem Jahr bereits auf den 20. November fällt. 37 Tage lang dauert demnach der Kasseler Weihnachtsmarkt. 37 Tage, an denen die Menschen den schönen Hans bewundern können.

Termin: Märchenweihnachtsmarkt, Montag, 21. November bis Freitag, 30. Dezember, täglich von 11 bis 29 Uhr geöffnet, Gastronomiestände bis 22 Uhr, außer 24. bis 26. Dezember. (use)

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