Symptome können grippeähnlich sein

Hanta-Viren: Bisher neun Infektions-Fälle in Stadt und Kreis

Kassel. Nachdem kürzlich drei Menschen im amerikanischen Yosemite-Nationalpark an einer Infektion mit einem gefährlichen Hanta-Virus-Typ gestorben sind, gehen auch beim Kasseler Gesundheitsamt vermehrt besorgte Anfragen ein.

Mit zwei Kasselern, die während einer USA-Reise jüngst den Nationalpark besucht hatten, hat die Behörde Kontakt aufgenommen, sagt Amtsleiterin Dr. Karin Müller. Sie sind jedoch nicht erkrankt.

Bisher gab es in der Stadt Kassel in diesem Jahr drei Infektionen mit dem heimischen Hanta-Virus, im Landkreis gab es sechs Fälle.

Bundesweit 2300 Fälle

In diesem Jahr rechnen Wissenschaftler mit einem verstärkten Auftreten des Hanta-Virus. Seit Jahresbeginn sind bundesweit bereits 2300 Fälle bekannt geworden, meldet die Techniker Krankenkasse unter Berufung auf das Robert-Koch-Institut. Hessenweit seien es bereits 95 Fälle. Zum Vergleich: 2011 waren es bundesweit 305 Fälle, in Hessen 13, und in der Region Kassel gab es keinen Fall. 2010 indes waren in der Stadt vier und im Landkreis zehn Menschen am Hanta-Virus erkrankt.

Karin Müller

Bundesweit wurden damals über 2000 Infektionen gemeldet. Meist verlaufen Hanta-Virus-Infektionen hierzulande mit grippeähnlichen Symptomen und eher glimpflich. Das Robert-Koch-Institut (RKI) hatte die Kasseler Gesundheitsbehörde darüber informiert, dass auch zwei Kasseler in jüngster Zeit den Yosemite-Nationalpark besucht hatten.

Die Fachleute teilten den Heimkehrern nun mit, dass sie sofort einen Arzt aufsuchen sollten, falls verdächtige Symptome auftreten. Die Kasseler hätten den Park jedoch nur kurz besucht. Bei dem kalifornischen Virusstamm (Sin-Nombre-Virus) handelt es sich offenbar um einen besonders aggressiven Subtyp, der die Hirschmaus als Wirt benötigt.

In unseren Breiten gelten die Rötelmäuse als Hauptüberträger des Puumala-Hanta-Virus. Die Nager leben gern in Buchen- und Mischwäldern sowie in waldnahen Gärten. In den vergangenen Monaten haben sie sich offenbar stark vermehrt.

Kontakt mit Kot und Urin

Zu Infektionen kommt es auch immer wieder, wenn Menschen - häufig beim Aufräumen und Saubermachen - in Schuppen, Garagen und Ställen mit Mäusekot oder Urin in Kontakt kommen. Die Viren können am Staub haften und unbemerkt eingeatmet werden. Auch über den Kontakt mit kleinen Hautwunden und in seltenen Fällen durch Bisse kann man sich anstecken.

Übertragungen von Mensch zu Mensch kommen bei den in Europa verbreiteten Virus-Typen laut RKI nicht vor.

Weitere Informationen zu dem Thema gibt es im Internet unter www.gesundheitsamt-kassel.de und www.rki.de

Von Martina Heise-Thonicke

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