Förderverein fordert Neubau mit zwei Schwimmbecken und will dafür auf 50-Meter-Becken verzichten

Harleshäuser kämpfen ums Bad

Spaß beim Schwimmenlernen gibt es im Freibad Harleshausen: Der Förderverein bietet Kindern ab sechs Jahren kostenlose Schwimmkurse an. Foto: Koch

Harleshausen. Der Förderverein Schwimmbad Harleshausen kämpft für den Erhalt seines Freibads. „Wir fordern einen zügigen Neubau mit zwei Becken. Gewünscht sind ein 25-Meter- und ein Spiel- und Spaß-Becken“, sagt die Vereinsvorsitzende Anita Mahrt: „Wir sagen entschieden Nein zu einer Schließung.“

Allerdings sei man bereit, Abstriche zu machen. So wolle der Förderverein bei einer Neuanlage auf das 50-Meter-Becken verzichten. „Ein kleineres Becken ist leichter zu heizen“, sagt Mahrt.

80 Meter lange Rutsche

Aus eigenen Mitteln will der Förderverein für 80 000 Euro eine 80 Meter lange Halbschalen-Rutsche finanzieren. Die Richtung ist klar: Der Verein will das Profil des Familienbads weiter stärken. Insbesondere Kindern und Jugendlichen sollten in einer Stadt dezentral Möglichkeiten geboten werden, ein Schwimmbad zu besuchen. Der Erfolg gibt den Harleshäusern recht: Zum Sommerfest, das jetzt zum zweiten Mal in Zusammenarbeit mit der Grundschule gefeiert wurde, kamen 330 Kinder ins Bad an der Wolfhager Straße. Bei gutem Wetter tummeln sich an einem Tag durchaus bis zu tausend Badegäste im Wasser.

Die Sanierung des Bads müsse unabhängig von einer künftigen Entwicklung des Auebads vorgenommen werden, betont Mahrt. Das neue Kombibad am Auedamm soll im kommenden Jahr eröffnet werden. Bäderdezernent Dr. Jürgen Barthel (SPD) hatte in der Vergangenheit gesagt, dass die Zukunft der Freibäder Bad Wilhelmshöhe und Harleshausen auch davon abhänge, wie das Auebad genutzt werde.

Der Verein wirft der Stadt hingegen Versäumnisse vor. „Man hätte bereits vor 20 Jahren neu bauen müssen“, sagt Schriftführer Harald Heinzerling. Nun seien die Schäden - wie ein Gutachten zeige - so groß, dass die meisten Schwimmbadbauten gar nicht mehr saniert werden könnten. Die im Jahr 2008 berechneten 2,3 Millionen Euro, die eine Sanierung im Bestand gekostet hätte, seien viel zu niedrig angesetzt. Jetzt müssten 4,8 Millionen Euro für die Neubauten investiert werden. „Das ist die Summe, die das Auebad zu teuer wird“, fügt Vereinskassiererin Karin Ewald hinzu. Mahrt verweist auf den Eingemeindungsvertrag zwischen Kassel und Harleshausen aus dem Jahr 1936. Darin stehe eindeutig, dass die Badeanstalt an die Stadt übergehe und diese die sich daraus ergebenden Verpflichtungen übernehme.

Die Neubau-Forderungen des Vereins sind Ende Juni in Briefform an die Stadtverordneten und an den Magistrat verschickt worden. „Wir nehmen den Brief ernst“, sagt Barthel. Er gibt aber zu bedenken, dass alle Investitionen zulasten des Kreditrahmens der Stadt gehen und daher problematisch seien.

Von Christina Hein

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