Ortsbeirat verurteilt jegliche fremdenfeindliche Aktionen

Harleshausen heißt Flüchtlinge willkommen

Reinhard Wintersperger

Harleshausen. Etwa 50 Zuhörer waren am Donnerstag zu der Ortsbeiratssitzung gekommen, um sich über die beiden geplanten Flüchtlingsunterkünfte an der Seebergstraße und der Ahnatalstraße zu informieren. In einer einstündigen, sachlichen Diskussion wurden den Vertretern der Stadt und der Einrichtungen viele Fragen gestellt.

Dabei wurde deutlich, dass Harleshausen die Neuankömmlinge mit offenen Armen empfängt.

In einem einstimmigen Beschluss, begleitet von Applaus aus dem Publikum, sprach sich der Ortsbeirat ausdrücklich für die Aufnahme von Flüchtlingen aus und hieß sie willkommen. Zugleich verurteilte das Stadtteilgremium „jegliche Form fremdenfeindlicher Aktionen“.

Lesen Sie auch:

- Wohncontainer: Stadtverordnete stellen Willkommenskultur über Unterbringungsart

- Feuer an neuem Flüchtlingsheim: Noch keine Erkenntnisse zu Brandursache

- Zwei neue Heime für Flüchtlinge in Harleshausen geplant

Vor einer Woche hatten Unbekannte mit einem unter falschen Namen verfassten Brief versucht, Stimmung gegen die geplante Einrichtung an der Seebergstraße zu machen (wir berichteten). Im Ortsbeirat richtete sich die Aufregung allerdings allein gegen den oder die Verfasser des Schreibens.

In der Villa Seeberg sollen schon bald 22 bis 25 Mütter mit Kindern aus Krisenländern untergebracht werden (siehe Artikel oben). Diese werden von der Caritas betreut, die auch in den anderen Gemeinschaftsunterkünften für die Flüchtlingsberatung zuständig ist. Die erwachsenen Asylbewerber werden aber ihren Alltag (Einkauf, Kochen etc.) eigenständig regeln, erklärte Jutta Bohnen von der Caritas, die die Unterkunft betreuen wird.

Anders ist die Situation im Haus Sonnenhang an der Ahnatalstraße, wo voraussichtlich ab Juli junge Flüchtlinge im Alter von 12 bis 18 einziehen, die allein aus ihrer Heimat geflohen sind. Die Jugendlichen werden rund um die Uhr von Mitarbeitern der Hephata Diakonie betreut. „Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge brauchen nicht nur ein Dach über dem Kopf und etwas zu essen, sondern haben auch einen Erziehungsbedarf“, sagte Harald Meiß von der Hephata Jugendhilfe.

„Sozial intakter Stadtteil“

Wie berichtet, werden bis zu 19 Jugendliche im Haus Sonnenhang leben. Bis Juli muss in dem früheren Seniorenheim der Brandschutz erneuert werden, zudem wird die sehr alte Küche erneuert und umgebaut, erläuterte Henning Wienefeld von der Hephata. Nach dem Einzug sei ein Nachbarschaftsfest geplant, damit Anwohner und Jugendliche sich kennenlernen können. Eine Harleshäuserin hatte in der Sitzung bereits gefragt, wie die Nachbarschaft die Jugendlichen unterstützen könne.

Ortsvorsteher Reinhard Wintersperger fasste die Stimmung zusammen: „Wir sind ein Stadtteil mit intaktem sozialen Gefüge und hoher Wohnqualität. Wir können die 19 Jugendlichen hier gut aufnehmen.“ Der gleiche Tenor herrschte zur Villa Seeberg. Hier haben Nachbarn schon angeboten, Kuchen zu backen, wenn die Flüchtlinge ankommen. (rud)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.