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Wohnstadt stockt Mietshäuser auf: Arbeiten haben bereits begonnen

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Von: Andreas Hermann

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Von der Harleshäuser Straße aus gut erkennbar: In den Mehrfamilienhäusern an der Ahnatal- und der Igelsburgstraße haben die Arbeiten bereits begonnen. Die Wohnstadt will die Gebäude sanieren und aufstocken.
Von der Harleshäuser Straße aus gut erkennbar: In den Mehrfamilienhäusern an der Ahnatal- und der Igelsburgstraße haben die Arbeiten bereits begonnen. Die Wohnstadt will die Gebäude sanieren und aufstocken. © andreas hermann

Die Pläne für Sanierung und Umbau wurden jetzt im Ortsbeirat in Kassel vorgestellt, die Arbeiten haben bereits begonnen.

Kassel – Etwas kurios, aber nach Versicherung der Stadt Kassel und der Wohnstadt als Bauherrin alles rechtens: Während der Ortsbeirat Harleshausen am Mittwochabend (29. Juni) über den aktuellen Stand der Planungen und des Verfahrens informiert wurde, haben an einigen Wohnhäusern, um die es ging, die Arbeiten schon begonnen.

Gut zu sehen ist das von der Harleshäuser Straße aus. Die Gebäude Ahnatalstraße 27 und 27a sowie Igelsburgstraße 38 und 40 sind bereits eingerüstet. Diese sowie die gegenüberliegenden Mehrfamilienhäuser Igelsburgstraße 19, 21 und 23 will die Wohnstadt Stadtentwicklungs- und Wohnungsbaugesellschaft Hessen mbH nicht nur energetisch sanieren, sondern auch um jeweils ein weiteres (viertes) Geschoss aufstocken.

Unklarheiten wegen Aufstockung von Mietshäusern in Kassel: Verfahren läuft noch

Dafür muss ein vorhabenbezogener Bebauungsplan her. Die Pläne wurden im Ortsbeirat erstmals im September präsentiert (HNA berichtete). Den Offenlegungs- und Aufstellungsbeschluss fassten die Stadtverordneten im November. Das Verfahren läuft aber noch. So werden sich noch Bau- und Planungskommission, Magistrat und Ausschuss für Stadtentwicklung damit beschäftigen, ehe die Stadtverordneten den Bebauungsplan beschließen können, erläuterte ein Vertreter des Bauamts.

An den Häusern, wo schon begonnen wurde, soll die Aufstockung dieses Jahr abgeschlossen werden, kündigte Joachim Möller von der Wohnstadt an. Da keine oder kaum Einwände von Trägern öffentlicher Belange vorgelegen hätten, habe man bereits den Bauantrag einreichen und mit dem ersten Bauabschnitt beginnen können. „Dafür haben wir die Baugenehmigung“, sagte Möller. Mit dem zweiten Bauabschnitt, den Wohnhäusern an der Igelsburgstraße, wolle man im Frühjahr starten.

14 neue Wohnungen in Kassel

Nach Angaben der Wohnstadt wurden die restlichen Häuser der in den 1950er-Jahre errichteten Siedlung bereits in den vergangenen Jahren saniert. Nun gehe es um drei Gebäude mit 42 Wohnungen, die bislang per Nachtspeicheröfen mit Wärme und per Durchlauferhitzer mit Warmwasser versorgt werden. Durch die Aufstockung um ein Geschoss mit Pultdach sollen 14 neue Wohnungen hinzukommen. Künftig sollen die Häuser mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe beheizt werden, ein Gasbrennwertkessel werde für Spitzenzeiten vorgesehen. Zudem ist auf den begrünten Dächern Solarthermie zur Wasseraufbereitung geplant.

Die Aufstockung der Mietshäuser im Stadtteil Harleshausen ist nicht die einzige Möglichkeit mehr Wohnraum zu schaffen. Auf dem ehemaligen RKH- und Jägerkasernengelände in Kassel entstehen 520 Mietwohnungen, ein Großprojekt, wie es die Stadt noch nicht gesehen hat.

Das Vorhaben schaffe sozialen Wohnraum und es müssten keine Flächen versiegelt werden: „Es ist daher in vielerlei Hinsicht zu begrüßen“, meinte Ortsvorsteher Reinhard Wintersperger. SPD-Kollege Patrick Hartmann sah hingegen die „Verarbeitung der Sozialwohnungsquote“ kritisch. Die fünf für die soziale Förderung vorgesehenen Wohnungen hätten nur eine Größe von bis zu 65 Quadratmetern. „Für eine Familie ist das zu klein“, meinte Hartmann. Joachim Möller von der Wohnstadt betonte dazu, dass man ja auf die bisherigen Gebäude aufbaue und alle Wohnungen nur über die Größe von 65 bis 70 Quadratmeter verfügten. „Mehr geht da nicht.“

Mietshäusern in Kassel werden aufgestockt

Mit Mietpreisen von 6,50 bis unter 10 Euro pro Quadratmeter greife man „marktregulierend“ ein, so der Wohnstadt-Vertreter. Heinrich Wiedenfeld (Linke) fürchtet, dass durch die Aufwertung des Viertels die bisher dort wohnende Klientel verdrängt werde. Der Ortsbeirat stimmte der Planung aber schließlich einstimmig zu.

Wirklich konfliktträchtige Bauvorhaben in Harleshausen waren in der Sitzung ebenfalls Thema. Gesucht wird nach einer Strategie oder einer Art Blaupause, die den Umgang des Ortsbeirats mit umstrittenen Verdichtungen (Stichwort: Stadtvillen) einfacher und effizienter machen könnte. Die Suche ist noch nicht abgeschlossen. Sie soll fortgesetzt werden. (Andreas Hermann)

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