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KVG zum Tram-Ausbau in Kassel: Prüfung dauert länger als erwartet

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Von: Andreas Hermann

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Hier könnte die Straßenbahn nach Harleshausen einmal rollen: Der laufende Umbau der Wolfhager Straße im Bereich „Drei Brücken“ sieht die Möglichkeit einer späteren Tram-Trasse vor.
Hier könnte die Straßenbahn nach Harleshausen einmal rollen: Der laufende Umbau der Wolfhager Straße im Bereich „Drei Brücken“ sieht die Möglichkeit einer späteren Tram-Trasse vor. © pia malmus

KVG kündigt erste Ergebnisse der laufenden Untersuchungen für nächstes Jahr an

Kassel – Macht der Ausbau des Kasseler Straßenbahn-Netzes in Richtung Westen (Harleshausen/Rothenditmold) sowie in Richtung Osten (Waldau/Lohfelden) überhaupt Sinn? Wird es für die Millionen Euro teuren Vorhaben nach den neuen Bewertungsrichtlinien Geld von Bund und Land geben?

Antworten auf diese und weitere entscheidende Fragen zu den in Kassel geplanten Streckenneubauten stehen aus. Die Stadtpolitik wird darauf auch noch warten müssen. Denn nach einem jetzt veröffentlichten Zwischenbericht der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG) werden die Untersuchung und Bewertung länger dauern als ursprünglich gedacht.

Nach KVG-Angaben befindet sich die erneute Prüfung der Nutzen-Kosten-Untersuchung (NKU) eines Schienenausbaus nach Harleshausen noch in der Bearbeitung. Die Einschätzung auf Basis der neuen standardisierten Bewertung, die im Auftrag des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr erstellt wurde, werde nicht schon in diesem Jahr, sondern erst im nächsten vorliegen. Die Strecke nach Harleshausen ist laut KVG eines der bundesweit ersten Projekte, die anhand des neuen komplexen Regelwerks bewertet werden. „Zusammen mit externen Spezialisten arbeiten wir intensiv an den Prüfunterlagen“, erklärt Mike Heinemann, verantwortlicher Projektleiter für die Schienenausbauprojekte bei der KVG. Es gelte, umfassend und strukturiert die neuen Vorgaben der Prüfung zugrunde zu legen. Dabei folge man dem Grundsatz „Sorgfalt vor Schnelligkeit“.

Heinemann: „Deshalb werden die Ergebnisse – anders als erwartet – erst im Frühjahr 2023 vorliegen.“ Wie berichtet, setzt ein positives Nutzen-Kosten-Verhältnis die Förderfähigkeit der Strecke durch Bund und Land Hessen voraus.

Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudien für die Ausbauprojekte nach Waldau und Lohfelden werden nach Angaben der KVG zu Beginn des zweiten Quartals 2023 vorliegen. Ziel sei es, den Schienenausbau der Ost-West-Verbindung ganzheitlich zu betrachten, um gegenseitige Wechselwirkungen frühzeitig zu erkennen und mögliche Synergien heben zu können. Insgesamt sei daher mit einem ersten Ergebnis aus dem Bewertungsprozess im zweiten Quartal 2023 zu rechnen und mit einer abschließenden Nutzen-Kosten-Untersuchung zur Ost-West-Verbindung im vierten Quartal nächsten Jahres.

Seit Juli wird der Ausbau und damit die Förderfähigkeit von Streckenausbauten im Schienenverkehr neu bewertet. Damals hatte die KVG auf Anfrage unserer Zeitung angekündigt, sie werde das Ergebnis ihrer Nutzen-Kosten-Untersuchung Ende 2022 vorlegen.

Wie berichtet, hatte der auf über 100 Millionen Euro geschätzte Tram-Ausbau nach Harleshausen bislang keine Chance auf Förderung durch Bund und Land.

(Andreas Hermann)

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