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Mit Aufzug und Unterführung soll der Bahnhof Harleshausen barrierefrei werden

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Von: Andreas Hermann

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Viele Treppenstufen führen auf eine Straße, am unteren Ende der Treppe ist ein Bahnsteig zu sehen, von dem gerade eine Bahn fährt.
Für Menschen mit Rollstuhl, Rollator und Kinderwagen unüberwindbar: die Treppenanlage vom Bahnsteig des Harleshäuser Bahnhofs hinauf zur Wolfhager Straße. In diesem Bereich soll ein Aufzug errichtet werden. © Andreas Hermann

Lang ersehnt, sollen die Pläne für den barrierefreien Ausbau des Bahnhofs Harleshausen in diesem Jahr konkret werden.

Harleshausen - Das Projekt sei 2021 in die Rahmenvereinbarung für Hessen aufgenommen worden. Der Nordhessische Verkehrs-Verbund (NVV) rechne in diesem Jahr mit dem Abschluss eines Finanzierungsvertrages zur Planungsvereinbarung, erklärte Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) im Ausschuss für Stadtentwicklung, Mobilität und Verkehr auf Anfrage. seinen Angaben geht die Laufzeit der Rahmenvereinbarung bis 2029. In diesem Zeitraum solle die Maßnahme abgeschlossen sein. Eine genauere Terminierung der einzelnen Projekte werde erst nach Unterzeichnung der Verträge zwischen der DB Station und Service als Eigentümerin, dem Land Hessen als Zuwendungsgeber und dem NVV als Aufgabenträger abgestimmt.

Geplant sind am Bahnhof in Harleshausen der Bau einer Unterführung, die Errichtung eines Aufzugs neben der Treppenanlage zur Wolfhager Straße hin und ein Absenken des Bahnsteigs auf das Niveau der dort verkehrenden Regiotrams (Linien 1 und 4). Über die Personenunterführung am nördlichen Ende des Bahnsteigs sollen die Wohngebiete auf der westlichen und der östlichen Seite angebunden werden, berichtete der Stadtbaurat. Das Absenken des Bahnsteigs solle einen barrierefreien Ein- und Ausstieg in die Regiotrams ermöglichen. Mit der Aufzugsanlage werde schließlich der barrierefreie Zugang zum Bahnhof von der Wolfhager Straße aus realisiert.

Mit welchen Kosten die Stadt Kassel bei dem Umbau des Bahnhofs zu rechnen hat, ist laut Nolda noch unklar. Der finanzielle Anteil der Stadt könne noch nicht genau beziffert werden. Die neue Rahmenvereinbarung sehe eine Entlastung der Kommunen bei der Finanzierung solcher Projekte vor. Nach einer früheren Vereinbarung habe der Eigenanteil der Stadt bei 1,3 Millionen Euro gelegen, nach grober Kostenschätzung aus dem Jahr 2016. Mögliche Entlastungen durch die neue Vereinbarung könnten aber höhere Belastungen für die Stadt gegenüberstehen, weil die neue Unterführung als „Eisenbahnkreuzungsmaßnahme“ eingestuft werde. Konkretisiert werde dies erst in den weiteren Abstimmungen, so der Stadtbaurat.

Wie mehrfach berichtet, wird die Barrierefreiheit für den Harleshäuser Bahnhof schon seit vielen Jahren eingefordert. Mit Beschluss der Stadtverordnetenversammlung war der Magistrat im Jahr 2017 beauftragt worden, auf die Deutsche Bahn und das Land Hessen zuzugehen, um das Projekt endlich voranzutreiben.

Fünf Jahre später scheint nun tatsächlich Bewegung in die Sache zu kommen. Der Zustand des Bahnhofs sei „inakzeptabel“, heißt es auch in der gemeinsamen Anfrage von SPD und Grünen. Und mit der regen Bautätigkeit im Harleshäuser Neubaugebiet Zum Feldlager gewinne diese Haltestelle weiter an Bedeutung.

(Andreas Hermann)

Bahnhof Harleshausen
Bahnhof Harleshausen © HNA-Grafik

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