Wenige neue Flächen in Harleshausen

Baugrundstücke in Kassel sind rar: Hunderte stehen auf der Warteliste

Neues Baugebiet am Rande des Friedhofs Harleshausen: Rechts von diesem Fußweg sollen insgesamt acht neue Häuser entstehen. Zudem könnte ein Mehrfamilienhaus gebaut werden.
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Neues Baugebiet am Rande des Friedhofs Harleshausen in Kassel: Rechts von diesem Fußweg sollen insgesamt acht neue Häuser entstehen. Zudem könnte ein Mehrfamilienhaus gebaut werden.

Wer seinen Traum vom selbst geplanten Eigenheim umsetzen will, muss in Kassel entweder Glück haben oder lange warten. Aktuell stehen auf der Warteliste des Liegenschaftsamtes 1467 Namen.

Kassel – Zumindest eine Handvoll Häuslebauer könnten demnächst in Harleshausen zum Zuge kommen. Am Stockweg soll nämlich ein neues Baugebiet entstehen, in dem auch acht Einfamilienhäuser realisiert werden sollen. Dies ruft Kritik bei der Kasseler Linken hervor, die für eine dichtete Bebauung und weniger Bodenversiegelung ist.

In dem Baugebiet neben dem Friedhof Harleshausen ist eine gemischte Bebauung vorgesehen. Der neu aufgestellte Bebauungsplan sieht vor, dass in einem Abschnitt vier Einfamilienhäuser mit Einliegerwohnung entstehen können. Zudem gibt es zwei Baufelder, auf denen Doppelhäuser gebaut werden sollen.

Neubauten in Kassel: Begrenzung wegen Lage des Grundstücks

Auch ermöglicht der Bebauungsplan eine Erweiterung der Bebauung an der Obervellmarer Straße, wo es aktuell noch eine Baulücke gibt. Zudem ermöglicht die Planung den Ausbau eines Einfamilienhauses Am Stockweg zum Mehrfamilienhaus.

Wegen der schwierigen Erschließungssituation, der rückwärtigen Lage und Nähe zum Friedhof sei die Gebäudehöhe und die Grundstücksausnutzung begrenzt worden, so ein Stadtsprecher.

Sechs Grundstücke sind im städtischen Eigentum und werden vom Liegenschaftsamt vermarktet. Die Kriterien für den Grundstücksverkauf stünden aber noch nicht fest, so der Stadtsprecher.

Kasseler Linke kritisiert die Baupläne

Die Kasseler Linke hat bereits mehrfach Kritik an den Plänen geäußert. Der ungebrochene Flächenverbrauch müsse gestoppt werden, so Luisa Sümmermann, stadtentwicklungspolitische Sprecherin der Linksfraktion. In dem geplanten Baugebiet würden auf 13 180 Quadratmetern Fläche acht Wohneinheiten errichtet. Dies seien sechs Wohnungen auf den Hektar. Im Regionalplan Nordhessen werde für das Stadtgebiet von einer Dichte von 35 Wohnungen pro Hektar ausgegangen.

Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) hatte die Pläne verteidigt. Insgesamt liege die Stadt deutlich über den 25 empfohlenen Wohneinheiten pro Hektar. Es müsse Platz für unterschiedliche Wohnformen in einer Stadt geben und zudem müsse sich die Bebauung baulich in die Viertel einfügen.

Der Ortsbeirat Harleshausen hatte die Planung bereits Anfang September zur Kenntnis genommen. Der entsprechende Beschluss steht bevor. (Bastian Ludwig)

Ein gemeinschaftliches Wohnprojekt mit flexiblen Hybridhäusern plant die Genossenschaft „Kassel im Wandel“ im Harleshäuser Neubaugebiet. Im Spätsommer soll der Bau starten.

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