Gastronomie

Neue Betreiber für Ausflugslokal Erlenloch

Waldgaststätte Erlenloch bei Harleshausen, Aufräumarbeiten für geplante Neueröffnung, Gastronom Georges Koch mit Tochter und künftiger Betreiberin Dorothea Sauerzapf
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Entrümpelungsarbeiten: Georges Koch und Dorothea Sauerzapf bekommen Unterstützung beim Herrichten des Geländes von Mitgliedern des Vereins Essbare Stadt und von weiteren Helfern.

Das beliebte Waldgasthaus Erlenloch wird künftig „Grimm-Hütte“ heißen. Die neuen Betreiber haben spannende Pläne für einen Erlebnisort rund um Märchen und Natur.

Harleshausen – Ein märchenhafter Ort im Wald bei Harleshausen wird gerade aus dem Dornröschenschlaf wachgeküsst: Das Waldgasthaus Erlenloch hat neue Besitzer, die das Gelände mit Engagement, zahlreichen Helfern und vielen Ideen nicht nur als Ausflugsgaststätte wiederbeleben, sondern auch zu einem Erlebnis- und Lernort rund um Grimms Märchen und die Natur im Habichtswald machen wollen.

Jahrzehntelang war das Erlenloch ein beliebtes Ausflugsziel für viele Kasseler. Im Frühjahr 2020 hatte die langjährige Wirtin Ursula Koch das zuletzt heruntergekommene Gelände aus Altersgründen aufgegeben.

Um Interessenten zu finden, hatte sich ihre Familie an Georges Koch gewandt. Der erfahrene Kasseler Gastronom, nicht mit den Vorbetreibern verwandt und früher unter anderem im New York, Fes und Foster’s Garden aktiv, sollte eigentlich nur ein Betriebskonzept für das Lokal im Wald entwickeln. Doch es wurde ein Herzensprojekt daraus: Der 66-Jährige will zwar selbst demnächst in Ruhestand gehen, seine Tochter Dorothea Sauerzapf aber hat bei den gemeinsamen Planungen Feuer gefangen: Sie hat das Gasthausgelände zum 1. November auf Basis eines Erbpachtvertrages mit Hessen-Forst erworben.

Seither hat sich schon einiges getan am Erlenloch. Das zugewucherte Gelände wurde freigeschnitten und entrümpelt. Dabei engagieren sich Mitglieder des Vereins Essbare Stadt sowie weitere Freiwillige, die als Spaziergänger neugierig geworden sind und die Arbeiten in der Natur spontan unterstützen, berichtet Sauerzapf: „Wir kommen vor lauter Fragen kaum zum Arbeiten.“ Jede Form von Anteilnahme an dem Projekt sei aber willkommen.

Schon weit gediehen ist eine mächtige Totholzhecke, die einmal ein Großteil des Geländes einfrieden und vielen Insekten und Kleinlebewesen Unterschlupf bieten soll. Auch Hochbeete sind geplant, deren Ertrag an Kräutern, Salat und Gemüse in der Küche des Gasthauses verwendet werden sollen.

Gastronom Georges Koch, der sich für ökologische Fragestellungen interessiert, will sich für die Weiterentwicklung des Geländes auch künftig engagieren. Seine Vorstellung ist, einen Lernort rund um die Natur des Habichtswaldes zu schaffen und einen Platz, an dem man auf die Spuren der Grimm’schen Märchen gehen kann – als familiengerechtes Ausflugsziel, das den Namen „Grimm-Hütte“ tragen soll.

Dafür hat Koch schon einige Kontakte zu möglichen Unterstützern geknüpft. Kulturdezernentin Susanne Völker und Projektleiter Markus Exner von der Grimm-Heimat Nordhessen haben sich schon am Erlenloch umgeschaut, die Hütt-Brauerei will dem Ausflugslokal ein eigenes „Grimm-Bier“ brauen, der Forstzoologe und Naturlehrer Prof. Bernd Gerken will von der Hütte aus Kurse und Wanderungen anbieten.

Das Gasthaus selbst und sein Biergarten sollen mit gutbürgerlicher, regionaler Küche auch künftig den zentralen Anziehungspunkt bilden, aber von außen fantasievoll aufs Thema Märchen hin gestaltet werden, stellen sich Georges Koch und Dorothea Sauerzapf vor. Wenn es die Corona-Lage zulasse, solle das Waldgasthaus zu Ostern wieder in Betrieb gehen.

Ideen gibt es viele, Mitmach-Möglichkeiten ebenfalls. „Wir suchen Menschen, die Lust haben, sich an diesem Gemeinschaftsprojekt zu beteiligen“, sagt Koch. (Axel Schwarz)

Kontakt per E-Mail an: info@grimm-huette.de

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