Memoriam-Garten neu auf dem Friedhof Harleshausen

Blumenfeld für viele Gräber

Ein besonderes Blumenbeet: In dem neu angelegten Memoriam-Garten auf dem Friedhof Harleshausen ist Platz für 52 Urnengräber und sieben Erdbestattungen.
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Ein besonderes Blumenbeet: In dem neu angelegten Memoriam-Garten auf dem Friedhof Harleshausen ist Platz für 52 Urnengräber und sieben Erdbestattungen.

Auf dem Friedhof in Harleshausen wird am Donnerstag, 10. September, ein Memoriam-Garten eröffnet. Dabei handelt es sich um eine alternative Form der Bestattung, die das bestehende Bestattungsangebot in Kassel erweitern soll. 

Kassel- Es sieht aus wie ein kleiner Garten. Viele bunte Blumen blühen derzeit auf einem etwa 200 Quadratmeter großen Beet kurz hinter dem Eingang des Friedhofs Harleshausen. Es handelt sich allerdings um kein neues Blumenbeet, sondern um einen Memoriam-Garten, den Friedhofsgärtner Holger Geister seit März dieses Jahres angelegt hat. Am Donnerstag, 10. September, soll er eröffnet werden.

Der Memoriam-Garten ist ein neues Bestattungsangebot, das es erstmals so in Kassel gibt. Es handelt sich um ein Gemeinschaftsgrabfeld, das wie ein kleiner Garten angelegt ist, erklärt Geister. Die einzelnen Gräber gehen optisch ineinander über und bilden einen Gesamteindruck. Auf der Fläche ist Platz für 52 Urnengräber sowie sieben Erdgräber. Wer sich dafür entscheidet, im Memoriam-Garten beigesetzt zu werden, der muss bei der Friedhofsverwaltung das Nutzungsrecht für die Grabstätte für die Dauer von 25 beziehungsweise 30 Jahren erwerben. Gleichzeitig muss man mit der Friedhofsgärtnerei Geister und der Treuhandstelle für Dauergrabpflege einen Treuhandvertrag abschließen, der das Grabmal und alle gärtnerischen Arbeiten regelt, so Geister.

Das Konzept sieht keine namenlose Bestattung vor, sagt der Friedhofsgärtner. Deshalb ist ein liegendes oder stehendes Grabmal mit in dem Vertrag enthalten, das von der Steinbildhauerei Betz in Harleshausen hergestellt wird.

Die Kosten für eine Grabstätte variieren je nach Grabart und Laufzeit. So kostet ein Urnenwahlgrab mit liegendem Grabmal, in dem zwei Urnen beigesetzt werden können, bei einer Laufzeit von 25 Jahren 5644,80 Euro. Ein Erdwahlgrab mit stehendem Stein (Laufzeit 30 Jahren), in dem zwei weitere Urnen beigesetzt werden können, kostet 10 447,50 Euro.

Die Beisetzung wird von der Friedhofsverwaltung übernommen. Hier fallen dieselben Gebühren wie für eine Beisetzung und Grabstätte auf allen anderen Kasseler Friedhöfen an, sagt Jürgen Werner, stellvertretender Leiter der Friedhofsverwaltung.

Die Summe für die „optisch hochwertige Grabstätte“, die je nach Jahreszeit neu bepflanzt wird, werde nach Vertragsabschluss fällig, sagt Holger Geister. Man kann sich nämlich auch zu Lebzeiten einen Platz in dem Memoriam-Garten reservieren. Für viele ältere Menschen sei es wichtig, ein Grab zu haben, mit dem die Angehörigen, die nicht selten in einer anderen Stadt Leben, keine Arbeit haben.

Solange die Betroffenen noch leben, müssten sie pro Jahr 123 Euro für die reservierte Grabstätte zahlen. Erst beim Todesfall starte der Vertrag mit seiner Laufzeit.

Es habe einige Jahre gedauert, bis er die Idee für den Memoriam-Garten in Kassel habe umsetzen können, sagt Geister. Die Friedhofsverwaltung sei „nicht scharf“ auf diese Konkurrenz gewesen. Aber dann habe es grünes Licht aus dem Rathaus gegeben.

Für die Gärtnerei der Friedhofsverwaltung stelle der Memoriam-Garten Konkurrenz dar, sagt Werner. Es bestehe in der Branche ein harter Wettkampf. Aber natürlich werde die Friedhofsverwaltung mit dem Memoriam-Garten fair umgehen und auch den Kunden als Produkt anbieten. Aus Sicht des Gärtners, der er auch ist, gefalle ihm der neu angelegte Garten auf dem Friedhof Harleshausen sehr gut, sagt Werner. ARCHIVFoto: Christina Hein

Weitere Informationen unter memoriam-garten.de und geister-kassel.de

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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