Grundschule wird Ganztagsschule

Ernst-Leinius-Schule in Harleshausen erhält Neubau für 10,5 Millionen Euro

Der marode Erweiterungsbau der Ernst-Leinius-Schule, der in den 1970er-Jahre errichtet wurde.
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Soll durch den Neubau ersetzt werden: Der marode Erweiterungsbau der 1970er-Jahre. (Archivbild)

Eine Summe von rund 10,5 Millionen Euro wird die Stadt Kassel in einen zweigeschossigen Neubau für die Ernst-Leinius-Schule in Harleshausen investieren.

Harleshausen – Der Neubau soll den Erweiterungsbau aus den 1970er-Jahren ersetzen. Die Arbeiten sollen im Frühjahr 2021 beginnen und Ende 2022 abgeschlossen werden.

Nach eigenen Angaben hat die Stadt Kassel bereits zwischen 2008 und 2014 knapp 1,9 Millionen Euro für den Mensa-Bau und Toilettenhaus-Neubauten der Grundschule investiert. Das nunmehr geplante Vorhaben ist jetzt im Harleshäuser Ortsbeirat vorgestellt worden. Die demnächst vierzügige Grundschule mit dann 380 Schülern wird richtige Ganztagsschule mit Betreuung bis 17 Uhr. Derzeit werden die Hortkinder noch ab 14.30 Uhr etwa in die Kitas Harleshausen II und Ruchholzweg und im Bürgerhaus betreut.

Der als Rechteck geplante Neubau entsteht zwischen Sporthalle und nördlich der Schule, so sollen möglichst viele Bäume des 7000-Eichen-Kunstprojekts geschont werden. Das neue Gebäude ist barrierefrei und mit Aufzug geplant. Durch sogenannte Einschnitte sollen überdachte Terrassen oder Balkonbereiche entstehen, die Räume für Unterricht und Ganztagsbetreuung finden sich an den Längsseiten. Es gibt sogenannte Foren als offene zusätzliche Lern- und Pausenbereiche.

Durch die beiden Eingänge, einer an der Ostseite, der andere barrierefrei über das neue Portal am Pausengang, erreiche man das Hauptforum im Erdgeschoss, von wo aus eine Massivholztreppe und der Fahrstuhl ins Obergeschoss führen. Das Dach wird begrünt. Sitz- und Aufenthaltsecken sollen Begegnung und Lernen allein oder in Kleingruppen ermöglichen. Für die beiden oberirdischen Geschosse des Neubaus ist eine Holzbauweise mit Vollholzwänden als tragende Elemente vorgesehen.

So soll der Neubau an der Harleshäuser Grundschule einmal aussehen: Die Pläne dafür stammen von dem Kasseler Büro Baufrösche Architekten und Stadtplaner GmbH. (Illustration)

Die Pläne für die Harleshäuser Schule sorgen bereit für erste Forderungen in der Stadtpolitik. Als „vorbildlich“ bezeichnen es die Grünen, dass der Neubau in Holzmassivbauweise erfolge. Die Verringerung der Energie, die notwendig sei, um ein Gebäude zu errichten, sei ein wichtiger Schlüssel für den kommunalen Klimaschutz.

Diese „graue Energie“ sei bei der Holzmassivbauweise deutlich geringer als bei der Standard-Bauweise, betonte Christine Hesse, Sprecherin für Umwelt und Klimaschutz der grünen Rathausfraktion. Es sei gut, dass das Hochbauamt hier ambitioniert vorangehe. Die im Ortsbeirat vorgestellten Pläne dürften aber nur der erste Schritt sein, so Hesse. „Wir fordern die Holzmassivbauweise als Standard bei allen kommunalen Bauprojekten.“ (Von Sabine Oschmann und Andreas Hermann)

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