Familie Damm hört auf

Gasthaus Lindenhof verkauft: Käufer will Wohnraum schaffen

Sagen adieu: Barbara und Karsten Damm haben das Gasthaus Lindenhof in Harleshausen nach 22 Jahren aufgegeben und die Immobilie verkauft. Nun soll dort Wohnraum entstehen. Foto: Koch

Harleshausen. Eine gastronomische Tradition in Harleshausen ist zu Ende: Der Lindenhof an der Eschebergstraße, der seit Ende August geschlossen hat, wird nicht wieder eröffnet.

Wie die einstigen Betreiber, Barbara und Karsten Damm auf HNA-Anfrage bestätigten, haben sie die Immobilie an den Kasseler Bauträger SGS Grundstücksentwicklungs GmbH verkauft.

Die will dort offenbar neuen Wohnraum schaffen. SGS- Geschäftsführer Reiner Streletz war trotz wiederholter Nachfrage für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Auf der Internet-Seite des Unternehmens gibt es keine konkreten Informationen zum Lindenhof-Projekt. Unter dem Punkt „Aktuelle Projekte“ ist dort lediglich ganz allgemein von „Reihenhäusern, Doppelhaushälften und Eigentumswohnungen in Kassel-Harleshausen“ die Rede.

„Wir haben all die Jahre Tag und Nacht gearbeitet, jetzt brauchen wir eine Pause.“

Viele Harleshäuser bedauern die Schließung des 1870 eröffneten Gasthauses - zum einen, weil somit ein weiterer gastronomischer Betrieb verschwindet, zum anderen, weil der Stadtteil mit ihm auch einen großen Saal verliert. „Das ist echt schade“, meint auch Ortsvorsteher Reinhard Wintersperger. Somit stehe für größere Feiern nur noch der Saal der Sportvereinigung Harleshausen zur Verfügung.

Gesundheitliche Gründe

Die Damms, die das Gasthaus 1992 gepachtet und später von den Vorgängern Emmi und Reinhard Gutschank gekauft hatten, begründen ihre Entscheidung mit gesundheitlichen Gründen. „Ich war 30 Jahre in der Gastronomie, das hat seine Spuren hinterlassen“, sagt Karsten Damm (46). Und seine Frau fügt hinzu: „Wir haben all die Jahre Tag und Nacht gearbeitet, jetzt brauchen wir eine Pause.“ Hinzu komme, dass keiner der drei Söhne in die Fußstapfen der Eltern treten wolle. Die freuten sich jetzt, dass Vater und Mutter jetzt mehr Zeit für sie hätten. Gleichwohl: Der Abschied vom bisherigen Leben erfüllt die Damms mit Wehmut. „Das war doch unser viertes Kind“, sagt die einstige Gastronomin.

Und wie geht es weiter mit den Damms? „Wir müssen erst einmal zur Ruhe kommen“, sagt der Ex-Wirt. Derzeit lernten sie, „wie ein normales Leben läuft“. Früher habe der Lindenhof den Tagesablauf bestimmt, „jetzt müssen wir lernen, den Tag anders zu strukturieren“, sagt Damm.

Von José Pinto

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