Dasselbe Tier attackierte zweites Mal

Hund verletzte erneut Schüler in Kassel: Schulleiterin schildert den Vorfall

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Hier passierte es: Eine Dobermann-Mischlingshündin war auf dem Harleshäuser Schulhof Kindern hinterhergelaufen und hatte vier Schüler verletzt. Dieselbe Hündin hatte vor gut zwei Wochen bereits Schüler angegriffen.

Kassel. Innerhalb von zwei Wochen verletzt derselbe Hunde zwei Mal Kinder. Die Leiterin der Grundschule Harleshausen schildert den jüngsten Fall.

Es ist Dienstag, 11.45 Uhr: Die Schüler der Grundschule Harleshausen spielen während der zweiten Pause auf dem Schulhof, als plötzlich ein Hund auf das Gelände in der Nähe der Wolfhager Straße läuft. Schulleiterin Cornelia Schein schildert den Vorfall. Es ist der zweite innerhalb von zwei Wochen. Den ersten hatte es am 10. August gegeben.

Der Dobermann-Mischling jagt zuerst den Bällen hinterher, mit denen die Kinder spielen. Dann schnappt er auch nach den Kindern, die vor Schreck schreiend das Weite suchen, schildert Schulleiterin Cornelia Schein den Vorfall.

Die Pausenaufsicht reagierte sofort: Die beiden Kolleginnen haben um Hilfe gerufen, und die anderen Kollegen seien aus dem Lehrerzimmer direkt auf den Schulhof gelaufen. „Wir waren dann schnell mit zehn Lehrern unten“, sagt Schein. So sei Schlimmeres verhindert worden.

"Das war ein echter Gänsehautmoment"

Schein ist selbst Hundebesitzerin. „Ich bin mit dem Vorsatz auf den Hof gelaufen, dass ich mir den Hund schnappe“, sagt sie. Die anderen Kollegen hätten die kleinsten Kinder in eine Ecke gebracht und sich wie eine schützende Mauer vor sie gestellt. „Das war ein echter Gänsehautmoment, und ich bin sehr stolz auf meine Kollegen“, sagt Schein. Dann sei die Pause vorzeitig durch einen Gong beendet worden, um die Schüler zurück ins Gebäude zu bringen.

Fast zeitgleich mit den Lehrern sei auch die Besitzerin der Hündin, die in unmittelbarer Nähe wohnt, auf den Schulhof gelaufen und habe das Tier gepackt. „Die Frau war völlig fertig“, erzählt Schein. Laut Schilderungen der Hundebesitzerin hatte sie das Tier an einer Schleppleine im Garten angebunden. Als die Hündin die spielenden Kinder gehört habe, sei sie plötzlich unruhig geworden.

Die Frau habe die Hündin deshalb dann ins Haus gesperrt. Das Tier müsse allerdings eine Tür selbst geöffnet haben und durch die angelehnte Terrassentür in den Garten gelangt sein, schildert Schein den Bericht der Hundebesitzerin. Dort sprang die Hündin aus dem hochumzäunten Gelände, das in unmittelbarer Nähe des Schulhofes in Harleshausen liegt, und rannte auf die spielenden Kinder zu. Nach dem Vorfall habe die Besitzerin die Hündin nach Hause gebracht und sei dann wieder zum Schulhof zurückgekommen. Sie sei aufgewühlt gewesen und habe sich große Sorgen gemacht.

„Die Kollegen und ich haben uns in der Zeit um die Kinder gekümmert“, sagt Schein. "Die verletzten Kinder haben zum Glück keine tiefen Bisswunden“, sagt die Schulleiterin. Man sehe bei den zwei Zweitklässlern und zwei Drittklässlern lediglich Kratzspuren und leichte Quetschungen. Zwei weitere Kinder seien gestürzt und hätten sich Schürfwunden zugezogen, als sie vor dem Hund wegliefen. Die verletzten Kinder seien dann von ihren Eltern abgeholt worden.

Schulpsychologin im Einsatz

Lediglich eines der Kinder habe zu Hause ein bisschen geweint, hätten ihr die Eltern berichtet. Der Rest habe den Vorfall scheinbar den Umständen entsprechend gut verkraftet. Ähnlich sei auch ihr Gefühl am Mittwoch in der Schule gewesen. Man habe das Thema angesprochen, aber die Schüler hätten den Vorfall aus Scheins Sicht auf den ersten Blick gut bewältigt. Eine Schulpsychologin sei zufällig vor Ort gewesen.

Die Eltern habe man unverzüglich mit einem Brief über den Vorfall informiert. Wenn sich bei einem der Kinder jetzt im Nachhinein zeige, dass es durch den Vorfall psychisch beeinträchtigt sei und Angst vor Hunden habe, dann arbeite man das psychologisch auf. Das werde in Zusammenarbeit mit dem Schulamt geschehen.

Die 50-jährige Hundebesitzerin war laut Schilderung der Schulleiterin nach dem Vorfall völlig aufgelöst. „Ich habe versucht, die Frau zu trösten“, sagt Schein. Sie habe gesagt, kein Hund werde sofort eingeschläfert, und an den Vorfall in Süsterfeld erinnert. Da habe die Frau ihr nur unter Tränen geantwortet: Das sei ebenfalls ihre Hündin gewesen.

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