Elena-Klinik der Paracelsus-Gruppe

Nach Insolvenz: Kasseler Elena-Klinik bangt um Neubau

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So soll der Bau werden: links ist der neue Haupteingang, im Hintergrund sind die Dächer des Bestandsbaues zu sehen. 

Harleshausen. Der Insolvenz-Antrag der Paracelsus-Gruppe hat die rund 200 Beschäftigten der Harleshäuser Elena-Klinik überraschend getroffen. Noch dazu erwischte es den Standort zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt.

Denn eigentlich sollte dort 2017 bereits die knapp zwölf Millionen Euro teure Erweiterung begonnen haben. Nun befinden sich die Finanzen des Klinik-Verbundes mit rund 5300 Mitarbeitern sowie 40 Einrichtungen an 23 Standorten in Schieflage. Welche Folgen wird das beantragte Insolvenzverfahren und die angekündigte Sanierung der Paracelsus-Kliniken Deutschland für die Neubaupläne in Harleshausen haben? Liegen sie vorübergehend auf Eis? Oder drohen sie gar gänzlich vom Tisch zu fallen?

Der Standort Kassel

Die Antwort lässt auf sich warten. Die Paracelsus-Elena-Klinik Kassel, die trotz des Insolvenzverfahrens erhalten bleiben soll, gilt als Deutschlands größtes und ältestes Zentrum für Parkinson-Syndrome und Bewegungsstörungen. In der 1937 gegründeten Harleshäuser Klinik bangt man um den Neubau, geht aber nach wie vor davon aus, dass er kommen wird.

Die Zentrale

Die Osnabrücker Konzernzentrale gibt sich auf Anfrage zurückhaltend optimistisch. „Mit Start der vorläufigen Insolvenz werden derzeit sämtliche Bauvorhaben in der Paracelsus-Gruppe geprüft und vor allem noch einmal priorisiert“, sagt Simone Hoffmann, Direktorin Unternehmenskommunikation. Erst nach dieser Analyse könnten verbindliche Aussagen etwa zu Zeitschienen gemacht werden. „Die Richtung ist jedoch jetzt schon klar: Ziel ist es, sämtliche Bauvorhaben umzusetzen“, betont Hoffmann.

Das Vorhaben

Mit dem 11,8 Millionen Euro teuren Erweiterungsbau sollen in der Harleshäuser Klinik unter anderem die Kapazitäten von 120 auf 140 Betten erhöht und der Haupteingang verlegt werden. Das Land Hessen hatte im November 2015, als die Pläne vorgestellt wurden, eine Förderung über 8,8 Millionen Euro zugesagt. Die restlichen drei Millionen soll der private Krankenhausträger aufbringen. Das Projekt stellt nach Angaben von Paracelsus eines der größten geplanten Bauvorhaben in der gesamten Gruppe dar.

Die Hoffnung

Die Paracelsus-Kliniken hatten am 21. Dezember die Eröffnung des Insolvenzverfahrens beantragt. Der Sanierungsbedarf sei entstanden, nachdem einzelne Standorte erhebliche Verluste geschrieben hätten und dadurch die gesamte Gruppe in finanzielle Schieflage geraten sei. Die defizitären Einrichtungen müssten neu aufgestellt werden, hieß es dazu. Die Harleshäuser Klinik ist nach eigenen Angaben kein defizitärer Standort, schreibt nach wie vor schwarze Zahlen. Die Belegschaft schöpft daraus zusätzlich Hoffnung, für den Neubau grünes Licht zu erhalten.

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