Polizei sucht nach Zeugen

Schläge und Tritte: Streit zwischen Hundebesitzern in Kassel eskaliert - und ein weiterer Fall

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Ein etwa 45 Jahre alter Mann hat einem 63-Jährigen angegriffen (Symbolbild).

Ein Streit zwischen Hundebesitzern endete in Kassel am Donnerstagabend mit Schlägen und Tritten. Auch in einem weiteren Fall in der Stadt gab es Ärger mit einer Hundehalterin.

Aktualisiert um 17.14 Uhr - Ein Streit zwischen Hundebesitzern in Harleshausen endete am Donnerstagabend mit Schlägen und Tritten. Ein unbekannter Hundebesitzer griff einen 63-Jährigen aus Kassel an. Der etwa 45 Jahre alte Mann war mit einem jungen schwarzen und etwa 50 Zentimeter großen Hund unterwegs und wird nun gesucht. Laut Polizei ereignete sich der Vorfall gegen 21 Uhr. Zu dieser Zeit war der 63-Jährige mit seinem Hund in der Grünanlage an der Todenhäuser Straße in Richtung Karlshafener Straße unterwegs. Im Bereich des Wasserhäuschens griff nach derzeitigem Ermittlungsstand ein unangeleinter Hund den Vierbeiner des 63-Jährigen an, woraufhin dieser sich schützend dazwischen stellte. 

Er habe den etwas abseitsstehenden Hundebesitzer angesprochen, berichtete der 63-Jährige. Der Unbekannte habe ihn daraufhin mehrfach ins Gesicht geschlagen. Der 63-Jährige wollte flüchten, doch habe ihn der Angreifer getreten, woraufhin er stürzte. Selbst als er am Boden lag, habe der Widersacher noch zugetreten. Erst dann gelang dem 63-Jährigen die Flucht.

Laut Opfer war der Mann zunächst in Richtung der Harleshäuser Straße und dann nach rechts in Richtung Kirchditmold gelaufen. Täterbeschreibung: etwa 45 Jahre alt und ca. 1,85 Meter groß. Er soll eine normale Statur gehabt haben, sprach akzentfreies Deutsch und trug einen dunklen Vollbart. Bekleidet war er mit einer dunklen, parkaartigen Jacke. Sein schwarzer Hund sei noch jung, habe gelocktes Fell gehabt und sei 50 Zentimeter hoch und knapp 20 Kilogramm schwer. 

Die Polizei bittet um Hinweise unter der Tel. 0561/9100.

Hier müssen Hunde in Kassel an die Leine

Die Stadt Kassel hat für über 40 Flächen eine Anleinpflicht für Hunde ausgewiesen, teilt ein Sprecher der Stadt mit. Hierzu zählen unter anderem die Fußgängerzone sowie Park- und größere Grünanlagen, die der Naherholung dienen bzw. auf denen regelmäßig mit größeren Menschenansammlungen zu rechnen ist. Diese Bereiche seien entsprechend beschildert. In allen anderen Bereichen der Stadt dürfen Hunde grundsätzlich ohne Leine geführt werden.

Hund stürmte auf Kindergruppe zu

Hundehalterin sorgt für Unmut an Prinzenquelle

Ein weiterer Fall aus Kassel, bei dem es Ärger wegen eines Hundes gab, wurde uns von einer Leserin geschildert:

Ein Ausflug in den Wald und zur Prinzenquelle in Kirchditmold mit Schülern und Klassenhündin Feli stehe regelmäßig auf dem Stundenplan der Kasseler Montessori-Schule, sagt Lehrerin Ina Mahn. „Die Kinder lieben es, am Wasser zu spielen. Umgang mit Natur und Tieren beziehen wir in unsere Pädagogik mit ein“, so Mahn. Nun habe sie aber ein mulmiges Gefühl bei diesen Ausflügen. Grund dafür sei der jüngste Konflikt mit einer Hundehalterin. 

Mahn war bereits mit den 23 Kindern auf der Nußallee auf dem Rückweg zur Schule, als die Frau mit ihrem Appenzeller Sennenhund an der Gruppe vorbei in Richtung Prinzenquelle gehen wollte. Das Tier sei bellend auf die Kinder zugestürmt, schildert die Lehrerin, und habe sogar mehrere direkt angebellt. Mahn habe die Halterin mehrfach darum gebeten, den Hund zurückzurufen. „Sie hat aber nur gelacht und gefragt, wer denn schon Angst vor einem neun Monate alten Hund hat“, sagt Mahn. 

Die Frau soll mehrere Kinder noch einmal direkt gefragt haben: „Und, hast du Angst?“ Weiterhin soll sie gesagt haben, nach 25 Jahren Spazieren im Wald dürfe sie dort machen, was sie will. „Mich hat das erschüttert“, sagt Mahn. In der Schule würden Hunde und andere Tiere in den Unterricht integriert, um Kindern den Umgang beizubringen oder Angst zu nehmen. „Damit war es vorbei. Die Kinder hatten Angst vor diesem großen Hund.“ 

Dem Tier macht Mahn, die selbst Hundehalterin ist, keinen Vorwurf. „Der Hund schien wegen der großen Gruppe orientierungslos.“ Auch dass ein Hund auf Menschen zurennt, komme vor, so Mahn. „Ich hätte mir aber gewünscht, dass die Frau den Hund von den Kindern wegruft“, sagt Mahn. Die Prinzenquelle ist ein beliebter Ausflugsort für Hundebesitzer. Es gibt keine generelle Anleinpflicht, Felder bieten viel Platz für Auslauf. 

Mahn sei dort selbst oft mit ihrem Hund gewesen – und habe immer wieder Konflikte erlebt, wie sie schildert. „Ich musste immer auf meinen Hund aufpassen.“ Sie habe etwa erlebt, wie mehrere Hunde in einem Rudel auf einen einzelnen zugerannt seien, aber auch, dass Radfahrer ungestüm an den Tieren vorbeirasten. „Alle sollten mehr Rücksicht aufeinander nehmen“, sagt Mahn. Dann kann auch jeder frei in die Natur gehen.“

Das sagt die Stadt Kassel

Grundsätzlich bestehe im Bereich der Prinzenquelle keine Anleinpflicht für Hunde, teilt ein Sprecher der Stadt Kassel mit. „Dies räumt Hundehaltern jedoch keine unbegrenzte Freiheit ein, denn rechtlich gilt in Hessen der Grundsatz, dass jeder Hund so zu halten und zu führen ist, dass von diesem keine Gefahren für Menschen oder Tiere ausgehen.“ Also stehe jeder Hundehalter in der Verantwortung, je nach Wesen und Gehorsam des Hundes auch in Bereichen ohne Anleinpflicht, den Hund in bestimmten Situationen doch anzuleinen oder zumindest abzurufen.

Insbesondere beim Antreffen von Kindern oder Senioren schreibe dieser Grundsatz besondere Vorsicht und Rücksicht des Hundehalters vor – unabhängig davon, ob eine Anleinplicht vorgeschrieben ist oder nicht. „Die durch die Lehrerin geschilderte Situation im Bereich Prinzenquelle lässt darauf schließen, dass die Hundehalterin diesen Grundsatz verletzt hat“, so der Sprecher weiter.

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