Tolle Aktion an der Grundschule Harleshausen

Kasseler Grundschüler schreiben Briefe an Corona-Patienten im Klinikum

Auf dem Schulhof der Grundschule Harleshausen zeigen vier Zweitklässler, was sie den Corona-Patienten schicken. Briefe und ein Buch.
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Für dich: Die Zweitklässler Oskar Schmauch (von links), Milla Eckel, Hannes Schademann und Kamilla Grebe zeigen, was sie den Corona-Patienten im Klinikum schicken.

Eine tolle Aktion: Zweitklässler der Grundschule Harleshausen haben Briefe verfasst. Und diese Briefe sind für Corona-Patienten im Klinikum Kassel bestimmt, um ihnen eine Freude zu machen.

Kassel - Ein aufregender Tag für die Zweitklässler. Früh am Morgen gab’s im Adventskalender die erste Überraschung, und nur wenige Augenblicke später verschicken sie selbst Geschenke. Die Klassen 2a und 2b der Grundschule Harleshausen haben Briefe verfasst, die für Corona-Patienten im Klinikum Kassel bestimmt sind. „Eine wunderbare Geste“, sagt Mandy Gundlach, die Pflegedienstleiterin auf der Covid-Station: „Das ist ein Lichtblick für die Patienten.“

Zusammen mit Heike van Elkan, der Pflegedienstleiterin auf der Intensivstation, holt Gundlach die Werke der Schmetterlinge und Frösche – so nennen sich die beiden Klassen – auf dem Schulhof ab. Zwischen 40 und 50 Briefe sind es, schön verpackt in einer weißen Kiste mit roter Schleife, dazu gibt es noch ein Buch. Es trägt den Titel „Überall Blumen“, und dieses Buch gab im Grunde den Impuls für diese Aktion.

Die Lehrerinnen Ulrike Hertha-Wissemann und Constanze Quint haben im Religionsunterricht ihrer Klassen Themen wie Nächstenliebe und Barmherzigkeit aufgegriffen. Dabei sei es auch um Mitmenschlichkeit gegangen, erklärt die achtjährige Milla Eckel. Und diese Aspekte tauchen in dem Buch auf. Millas Klassenkamerad Oskar Schmauch ergänzt: „Dann haben wir an kranke Menschen gedacht und überlegt, wie wir ihnen eine Freude machen können.“ So fiel die Wahl auf Corona-Patienten.

Auf jedem Umschlag steht „Für dich“. Und jeder Brief beginnt mit diesen Worten: „Lieber, kranker Mitmensch, auch wenn ich nicht weiß, wer du bist, denke ich an dich.“ Bevor die Kinder Papier und Stift zur Hand nahmen, haben sie mit ihren Lehrerinnen erst einmal zusammengetragen, was alles in diesem Brief stehen sollte. Daraus ergaben sich dann eine Art Muster und einzelne Bausteine, die die Schüler verwendet haben.

Dazu gehört eine Formulierung, die etwa Elsa Wiefelspütz benutzt hat: „Ich wünsche dir, dass du deine Familie bald wiedersehen kannst.“ Gerade für die Corona-Patienten sei es „ganz schlimm in diesem Jahr“, sagt Hannes Schademann: „Die sind ja ganz allein.“ Deswegen wollten er und seine Mitschüler etwas Besonderes machen, weil ja auch Weihnachten sei: „Denn an Weihnachten schenkt man sich Liebe“, erklärt Jorin Schreiber.

Damit die Geste etwas Persönliches hat, entschieden sich die Lehrerinnen fürs Briefeschreiben. Die Kinder würden dadurch merken, dass sie aktiv werden können. Constanze Quint spricht von Ohnmacht: „Die herrscht ja zurzeit. Aber mit dieser Aktion zeigen wir den Schülern, dass es durchaus Wege gibt, aus dieser Ohnmacht herauszukommen.“ Nicht zuletzt habe es den Kindern Spaß gemacht, Briefe zu verfassen.

Allerdings wird es noch zwei, drei Wochen dauern, bis die Patienten Post aus Harleshausen bekommen. Um Virenübertragungen auszuschließen, werden die Briefe erst einmal eingelagert. Aus Gründen des Datenschutzes werden die Patienten auch nicht erfahren, wer genau den Brief verfasst hat. Unter Kamilla Grebes Brief steht beispielsweise: „Ich bin ein Mädchen und sieben Jahre alt.“ Dennoch werden sich die Patienten freuen, sagt Mandy Gundlach. Die Menschen seien von der Außenwelt abgeschnitten. (Robin Lipke)

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