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Wirt Schelzig feiert 25 Jahre Uhrtürmchen Harleshausen: Das ist genau mein Ding

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Von: Andreas Hermann

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Nennen sich selbst „Frau Wirtshaus“ und „Herr Mazinger“: Sandra und Matthias Schelzig feiern an diesem Wochenende Jubiläum mit ihrem Uhrtürmchen.
Nennen sich selbst „Frau Wirtshaus“ und „Herr Mazinger“: Sandra und Matthias Schelzig feiern an diesem Wochenende Jubiläum mit ihrem Uhrtürmchen. © andreas hermann

Jubiläum in Harleshausen: Wirt Matthias Schelzig betreibt seit 25 Jahren sein Uhrtürmchen.

Kassel – Wenn eine Kneipe oder Gaststätte seit 25 Jahren von ein und demselben Wirt betrieben wird, passt es einfach. Bei Matthias Schelzig und seinem Uhrtürmchen in Harleshausen war es „Liebe auf den ersten Blick“, erinnert sich der 57-Jährige. Als ihm im Oktober 1997 ein Brauerei-Vertreter die Tür zu der freigewordenen und damals noch reinen Bierkneipe mit der großen Theke aufgemacht habe, da sei für ihn klar gewesen: „Das ist genau mein Ding.“

25 Jahre danach hat sich daran nichts geändert. Eine andere, vielleicht zentraler in Kassel gelegene Gastronomie sei für ihn nie in Frage gekommen, versichert Schelzig. Denn der Standort im Stadtteil biete etwas, was man in der Innenstadt niemals finden werde: nämlich Verbundenheit, Treue und Unterstützung der Gäste und des Vermieters auch in schwierigeren Zeiten.

Als die Corona-Pandemie eine Öffnung unmöglich machte, habe er darauf zählen können. Nicht nur, dass ihm Gäste eine große Menge Rindfleisch abkauften, das er noch kurz vor der Zwangsschließung eingekauft hatte. Kunden unterstützten ihn auch dadurch, dass sie den von ihm angebotenen Abholservice rege genutzt und damit für Einnahmen gesorgt hätten. Und sein Vermieter habe während der Schließung auf einen Teil der Miete verzichtet, so Schelzig.

Die Corona-Zeit wurde im Uhrtürmchen auch zur Renovierung genutzt. So erhielten etwa die Wände einen neuen Anstrich, neues Mobiliar wurde angeschafft. Überhaupt hat Schelzig den Betrieb stets an aktuelle Entwicklungen angepasst: von der reinen Bierkneipe über Fußballspiele auf den Fernsehern und das Angebot von Speisen bis zum heutigen Konzept „Steaks, Sport und Specials“. Über all die Jahre geblieben ist hingegen der Vorsatz, weder Schicki-Micki-Laden noch Szene-Bar sein zu wollen. „Wir haben den Spagat geschafft und eine gute Mischung aus Biertrinkern und Essensgästen“, ist der Wirt und Koch überzeugt.

Schon seit Jahren setze man verstärkt auf Speisen. Die von ihm zubereiteten Steaks, für die er ausschließlich argentinisches Rindfleisch verwende, kämen gut an, freut sich der gelernte Restaurantfachmann, der vor der Selbstständigkeit mit dem Uhrtürmchen im Hotel Gude als Restaurantleiter und Ausbilder tätig war. Stolz ist der gebürtige Meimbresser auf die vielen positiven Online-Bewertungen seiner Gäste.

Mit seiner zweiten großen Liebe, so sagt Schelzig, führt er das Uhrtürmchen inzwischen seit rund zwei Jahrzehnten gemeinsam: Ehefrau Sandra. Wie „Herr Mazinger“ legt auch „Frau Wirtshaus“ Wert auf Qualität und Service. Das gilt auch für Kleinigkeiten. So muss etwa das Bier, das frisch in das dazu passende Glas gezapft wird, auch mit der Marke übereinstimmen, die auf den Bierdeckel gedruckt ist. Das ist eine der Traditionen, an denen die beiden Schalke-Fans im Uhrtürmchen gern festhalten.

Nach Corona haben die Schelzigs den Sonntag und den Montag zum Ruhetag erklärt, was in der Gastronomie eher ungewöhnlich sei. Auch sie sind auf der Suche nach Personal, würden sich über die eine oder andere zusätzliche Servicekraft freuen.

Für das Jubiläum am Wochenende wird übrigens beim sonntäglichen Ruhetag eine Ausnahme gemacht. Am 2. Oktober steht das Uhrtürmchen geladenen Gästen offen, ab 16 Uhr sollen die 25 Jahre gebührend gefeiert werden – auch mit Live-Musik. uhrtuermchen-kassel.de

(Andreas Hermann)

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