Klinikvilla soll weichen

Investoren planen Bau von Mehrfamilienhäusern am Paracelsus-Elena–Krankenhaus

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Die Einfahrt zu dem Bungalow an der steilen Klinikstraße in Harleshausen: Von außen lässt sich die Größe der ehemaligen Klinikvilla mit 500 Quadratmeter Wohnfläche nur erahnen. Das aus den 1950er Jahren stammende Gebäude auf dem dicht bewachsenen Grundstück soll Platz machen für den Neubau exklusiver Mehrfamilienhäuser.

Harleshausen. Die ehemalige Chefarzt-Villa oberhalb der Paracelsus-Elena-Klinik soll abgerissen werden.

Auf dem mehr als 2600 Quadratmeter großen Grundstück an der Klinikstraße in Harleshausen ist der Neubau von Mehrfamilienhäusern geplant.

Das Vorhaben stellten die potentiellen Investoren Thilko Gehrke (Geschäftsführer Bauunternehmung Rennert) und Management-Berater Sascha Haghani am Mittwochabend im Ortsbeirat vor. Nach dem Wunsch der Bauherren sollen die neuen Stadtvillen eine Wohnfläche von mindestens 1000 Quadratmeter bieten. Zum Vergleich: Der bisherige Bungalow, den der einstige Elena-Chefarzt Dr. Gert W. Völler in den 1950er Jahren errichten ließ (siehe Hintergrund), hat etwa 500 Quadratmeter Wohnfläche.

Das Gebäude, das sich in Privatbesitz befindet, steht seit einigen Jahren leer. Wie die Neubauten auf dem Grundstück einmal aussehen werden, ist noch offen. Für die beiden Investoren präsentierten im Ortsbeirat gleich drei Kasseler Architekturbüros ihre Entwürfe: die plan.ar GmbH, die Baufrösche Architekten und Stadtplaner GmbH sowie das Büro Sprengwerk Architektur und Sanierung.

Unter Denkmalschutz: Mauer und Pavillon müssen bleiben.

Alle Entwürfe sehen zwei Vollgeschosse plus ein Dachgeschoss sowie eine Tiefgarage vor. Während die plan.ar GmbH zwei miteinander verbundene Baukörper plant, skizzieren die beiden anderen Architekturbüros jeweils zwei miteinander verbundene Baukörper, also vier Gebäude, auf der parkähnlichen Fläche. Zwischen zehn und zwölf Wohnungen – inklusive Penthouse-Wohnungen – sollen dabei entstehen.

Bei einigen Anwohnern stießen die in der Ortsbeiratssitzung präsentierten Entwürfe auf wenig Gegenliebe. Sie kritisierten die mit zwei Vollgeschossen und einem Dachgeschoss zu erwartenden Gebäudehöhen und befürchteten, dass nach Abriss und Neubau von dem Grün auf dem eingewachsenen Grundstück wenig übrigbleiben werde.

Indes begrüßten Ortsbeiratsmitglieder und Petra Gerhold von der Kasseler Stadtplanung, dass für dieses Vorhaben ein kleiner Architektenwettbewerb stattfinde. Nach Gerholds Angaben muss für den Neubau an der Klinikstraße zunächst Planungsrecht durch einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan geschaffen werden. Planungsrechtlich gehörten Gebäude und Grundstück noch zum Krankenhaus. Die Mauer drum herum sowie das daran angebaute „Teehäuschen“, eine Art Pavillon, stehen unter Denkmalschutz. Sie müssen also erhalten werden.

Ortsvorsteher Reinhard Wintersperger dankte Investoren und Architekten für die Präsentation. Der Ortsbeirat werde im Zuge der umfangreichen Bauleitplanung seine Stellungnahme zu dem Vorhaben abgeben können.

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