ÖPNV-Anschluss

Nach Protesten: Neue Bushaltestelle am Freibad Harleshausen

Harleshausen. Die Kritik zeigt Wirkung. Schon demnächst soll das Freibad wieder eine Bushaltestelle erhalten, kündigen Stadt und KVG an. 

Erst das Freibad mit Millionenaufwand saniert und schon zur zweiten Badesaison den Bus dorthin gestrichen: Diese Folge der seit 25. März geltenden Liniennetzreform stößt bei Harleshäusern und vielen anderen Kasselern auf Unverständnis. Die Proteste im Stadtteil haben die Verantwortlichen von Stadt, Kasseler Verkehr-Gesellschaft (KVG) und Nordhessischer Verkehrsverbund (NVV) nun offenbar zum Undenken bewegt. So soll bald schon am Freibad wieder eine Bushaltestelle eingerichtet werden.

Die provisorische Bushaltestelle sei nunmehr ohne zusätzlichen Fußgängerüberweg auf der Wolfhager Straße möglich, berichtete Verkehrsdezernent Dirk Stochla (SPD) in der Stadtverordnetenversammlung. In den nächsten Wochen könne sie bereits eingerichtet werden, so Stochla auf Anfrage von Patrick Hartmann (SPD).

Nach Angaben der Stadt wird die KVG auf beiden Seiten der Wolfhager Straße – kurz unterhalb der Straße Am Hilgenberg – die provisorische Haltestelle für die NVV-Buslinie 110 einrichten (siehe Grafik). Die Abstimmung mit den Ämtern der Stadt und dem NVV sei erfolgt. „Die KVG wartet jetzt nur noch auf das Angebot der Baufirma und geht davon aus, schon Anfang nächster Woche die neue Haltestelle eröffnen zu können.“ Das sagte am Dienstag Stadtsprecher Michael Schwab auf Anfrage unserer Zeitung.

Der Bus 110, der zwischen Bahnhof-Wilhelmshöhe und Wolfhagen verkehrt, fährt bereits Haltestellen in Harleshausen (etwa Mitte und Karlshafener Straße) an, hält aber bislang nicht in der Nähe des Freibads. Mit dem neuen Halt soll die jetzige AST-Haltestelle Am Hilgenberg ebenfalls dorthin verlegt werden. Die Gehstrecke sei etwa so wie bei der früheren Bushaltestelle in der Straße Am Hilgenberg, berichtete der Stadtsprecher.

AST statt Busse

Das Freibad ist durch die Änderung der Buslinie 10 vom Netz der neuen Kasseler Linien abgeschnitten. Die zuvor im 30-Minuten-Takt fahrenden Busse sind weggefallen. Die stündliche Verbindung mit Anruf-Sammel-Taxis (AST) stellt für die Harleshäuser keine echte Alternative dar. Wie berichtet, haben das kürzlich rund 200 Bewohner mit einem Protestzug deutlich gemacht.

„Gute Nachrichten für Harleshausen“, verkündete bereits Sozialdemokrat und Lantagskandidat Patrick Hartmann. Die SPD habe im Ortsbeirat vorgeschlagen, die Anbindung des Bades und der Eschebergstraße durch eine geänderte Streckenführung der Buslinie 110 zu gewährleisten. Sollte eine Verlegung nicht möglich sein, spreche man sich zumindest für die kurzfristige Anbindung des Freibades über eine zusätzliche Haltestelle aus.

Diese Haltestelle soll jetzt kommen. Die Anbindung des Wohngebiets Eschebergstraße bleibt aber als Forderung bestehen. Die „Initiative Nahverkehr für alle“ betont, dass dort neben Schülern und Berufstätigen auch viele ältere und behinderte Menschen auf den ÖPNV angewiesen seien.

Initiative fordert Besserung

Die Einrichtung einer Haltestelle für den Bus 110 am Freibad sei zwar schön, reiche aber im übrigen Bereich von Harleshausen nicht aus. „Als Sofortmaßnahme wäre etwa die Ausweitung und Erhöhung der Taktzeiten des Anrufsammeltaxis denkbar“, schlagen Heide Weber und Greta Grassmann im Namen der Initiative vor. Die Initiative will weiter Unterschriften sammeln und fordert die Stadt und die KVG dringend zur Stellungnahme auf, welche Maßnahmen sie ergreifen wollen, um die Situation im Stadtteil zu verbessern. 

Rubriklistenbild: © Archivfoto: Jan-Frederick Wendt/nh

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