Wärmepumpen sollen Häuser beheizen

Ökosiedlung im Harleshäuser Neubaugebiet wird konkret

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Geplantes Baugebiet: Im Bereich Zum Feldlager im Stadtteil Harleshausen soll eine Ökosiedlung entstehen. Im Frühjahr 2017 soll die Vermarktung der Grundstücke beginnen.

Harleshausen. Die anspruchsvollen Pläne existieren schon seit mehreren Jahren, aber erst jetzt nimmt die Ökosiedlung in Harleshausen langsam konkrete Formen an: Das künftige Neubaugebiet Zum Feldlager könnte in Zukunft Kassels Vorzeigeprojekt in Sachen Nachhaltigkeit werden.

Ziel ist eine „innovative Wärmeversorgung“, erklärte Rathaus-Sprecher Sascha Stiebing. Das Gebiet soll unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit und Energieeffizienz bebaut werden.

Das Vorhaben sei beim Wirtschaftsministerium als Forschungsprojekt angemeldet. Es stehen Fördermittel in Aussicht, heißt es aus dem Rathaus.

Die Ökosiedlung entsteht auf dem gesamten 11,5 Hektar (circa 16 Fußballfelder) großen Plangebiet im Osten des Stadtteils zwischen den Straßen An den Niederwiesen und Niederfeldstraße. Auf 10 Hektar (100.000 Quadratmetern) sind 120 Grundstücke mit 180 Wohneinheiten auf 65.000 Quadratmetern Baufläche geplant. Es sollen Ein-, Mehrfamilien- Doppel- und Reihenhäuser gebaut werden.

Stiebing erklärte auf Anfrage, dass im vergangenen Jahr eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe - bestehend aus Fraunhofer Institut für Bauphysik, Institut für dezentrale Energietechnologien, Städtischen Werke und Uni Kassel - in enger Abstimmung mit der Stadt Kassel bereits wichtige Vorarbeit geleistet habe. Ihr Bericht „Innovatives Wärmeversorgungskonzept für die Siedlung Zum Feldlager““ liegt der Stadt jetzt vor. Vorzugsvariante sei danach ein „geosolares Nahwärmenetz“. Das heißt, es werden vorrangig Wärmepumpen eingesetzt. Die gewonnene Energie wird in Wärme für die Beheizung des Hauses und Warmwasserbereitung umgewandelt. Diese Variante komme ohne Gas oder Öl aus. Die Studie habe ergeben, dass dabei zentrale Systeme wirtschaftlicher arbeiten als dezentrale.

Im Innenbereich des Quartiers sind Anliegerstraßen vorgesehen. Die Erschließung erfolgt von der Wolfhager Straße aus. Da es sich um einen klimatisch empfindlichen Bereich mit einem für die Stadt wichtigen Kaltluftzug handele, achte man bei der Bebauung auf die Stellung der Gebäude sowie darauf, Höhe und Dichte zu begrenzen.

Im Gebiet wird die vorhandene Lindenallee südlich der Niederfeldstraße ergänzt und mit einem Fußweg ausgestattet. Nördlich der Niederfeldstraße wird parallel zur Straße Zum Feldlager eine 30 Meterbreite und 120 Meter lange öffentliche Grünfläche angelegt. Im Quartier wird es zudem eine Fläche für Nahmobilität geben. Dort könnte ein Fahrradleihsystem Platz findet und ein Park & Ride-Parkplatz, der über eine Rampe an den Bahnhof Harleshausen angeschlossen werden könne.

Einen Beschluss über die Pläne werden die städtischen Gremien laut Stiebing nach der Sommerpause fassen.

Vermarktung ab Frühjahr 2017

Es ist geplant, dass der Bebauungsplan Feldlager Anfang 2016 offen gelegt wird. Nach dem Bau der Erschließungsanlagen wird das Liegenschaftsamt die Baugrundstücke ab Frühjahr 2017 vermarkten. Der Kaufpreise liegt voraussichtlich bei 180 Euro pro Quadratmeter. Bauinteressenten können sich im Liegenschaftsamt für ein Baugrundstück bewerben.Infos: Tel. 0561/787-6088  oder liegenschaftsamt@kassel.de

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