Renaturierung und Hochwasserschutz

Geilebach in Kassel darf bald ins neue Bett

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Neu geschaffen: Projektleiter Detlef Wagner im neuen Bachbett, die Wände wurden an den Brücken mit Steinen verstärkt. Ansonsten soll der Bach sich seinen Weg hindurch selbst suchen.

Harleshausen. Kasselwasser will noch in diesem Jahr die 2014 begonnene und mehr als eine Million Euro teure Renaturierung des Geilebachs abschließen. Die Arbeiten laufen seit Anfang Juli.

Der Bachlauf, die Brücken, der Hochwasserschutzwall: Sie alle sollten eigentlich schon fertig sein. Weil aber die Plangenehmigung für die Renaturierung des Geilebachs auf sich Warten ließ und die Arbeiten 2016 erst später beginnen konnten, sind Bagger, Traktor und Lastwagen jetzt in Harleshausen im Einsatz. Mitarbeiter der Baufirma Emmeluth (Kassel) schaffen gerade für den Bach zwischen Obervellmarer Straße, Am Stockweg und Im Grund ein neues Bett.

Schutz vor Hochwasser

Die umfangreichen Erdarbeiten sind bereits fortgeschritten, sie sollen voraussichtlich kommende Woche abgeschlossen werden. Der neue Verlauf des Gewässers ist schon gut erkennbar. Der Bach wird von den Seiten geholt, künftig nicht mehr nahe der Wohnhäuser vorbei und entlang des Stockweges fließen. Er soll sich mittig durch die Fläche schlängeln. Damit werde er wieder naturnaher sein und biete einen größeren Auffangbereich. Denn der Hochwasserschutz sei der eigentliche Anlass für die Renaturierung gewesen, erklärt Detlef Wagner, zuständiger Projektleiter bei Kasselwasser.

Wird komplett verfüllt: der bisherige Bachlauf entlang der Straße Am Stockweg.

Für den Eingriff in das Gelände waren bereits im Februar 2016 die Vorbereitungen getroffen worden. Die Kopfweiden an der Geile mussten weichen. Wagner geht fest davon aus, dass die Geilebach-Renaturierung noch in diesem Jahr abgeschlossen wird. 2014/2015 war dem Bach bereits zwischen Steinstückerweg und Zum Feldlager ein neues Bett bereitet worden.

Insgesamt war das Vorhaben mit Kosten von mehr als einer Million Euro veranschlagt. 90 Prozent davon werden vom Land Hessen übernommen, berichtet Wagner. Die derzeit am Stockweg ausgehobene Erde wird sogleich aufgeladen, abtransportiert und zum Bau des Hochwasserschutzwalls nahe des Harleshäuser Freibades verwendet.

Gelände wird aufgefüllt

Die beiden neuen Brücken stehen mittig auf dem Areal seit dem vergangenen Jahr. Bald schon soll der Geilebach in sein neu angelegtes Bett dürfen und unter diesen Brücken durchfließen. Der bisherige Bachlauf werde dann mit Erde verfüllt. Die Oberfläche der beiden ebenfalls nicht mehr benötigten Brücken über den Stockweg sollen abgetragen werden. Und, so kündigt Wagner an, auch der Reitplatz werde wieder angelegt.

Offen sei noch, ob für den Hochwasserschutz ein weiterer Regenrückhalt am Ortseingang benötigt werde. Projektleiter Detlef Wagner: „Da wird noch gerechnet.“

Schweres Gerät: Bagger und Traktor im Einsatz für den Geilebach an der Obervellmarer Straße. Der angelegte künftige Bachlauf in der Mitte der Fläche ist bereits erkennbar. Der Erdaushub hier wird für den Hochwasserwall am Freibad verwendet. 

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