Straßenverkehrsamt mit Rückschnitt nicht zufrieden

Streit um die Hecke: Stadt Kassel fordert von Harleshäuserin noch radikaleren Schnitt 

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Damit ist das Straßenverkehrsamt noch nicht zufrieden: Ulrike Meyer-Neumann vor ihrer zurückgeschnittenen Hecke. Die Stadt fordert den Rückschnitt von weiteren 20 Zentimern.

Eine 68-Jährige aus Harleshausen hat Ärger mit der Stadt Kassel - wegen ihrer Hecke. Das Straßenverkehrsamt ist mit dem Rückschnitt nicht zufrieden.

Seit 30 Jahren lebt Ulrike Meyer-Neumann am Wilhelmshöher Weg/ Ecke Friedrich-Fennel-Straße. Aber so etwas hat die Harleshäuserin noch nicht erlebt. Die 68-Jährige wurde vom Straßenverkehrsamt ermahnt, weil sie ihre Hecke nicht rechtzeitig zurückgeschnitten hatte. So weit, so gut. Doch nachdem sie das von einer Fachfirma erledigen ließ, ist die Behörde mit dem Ergebnis immer noch nicht zufrieden.

Eingeschränkter Gehweg: Mehr als die Hecken behindern parkende Autos die Gehwege.

Am 14. Juni stand zum ersten Mal ein Mitarbeiter des Kasseler Straßenverkehrsamtes vor ihrer Tür und monierte das ungezügelte Heckenwachstum. Auslöser für den Streit um ihr üppiges Grün war ein Nachbar, der sich bei der Stadt beschwert hatte. Meyer-Neumann glaubt, den „Heckenschützen“ zu kennen. „So eine Blockwart-Mentalität verdirbt die Nachbarschaft“, sagt die Harleshäuserin. Wenn sich jemand an ihrer Hecke störe, könne er sie doch direkt ansprechen. „Aber bitteschön nicht so ein Denunziantentum.“

Die Hausbesitzerin gibt zu, dass ihre Hainbuchenhecke in der Tat etwas zu weit in den Bürgersteig der Friedrich-Fennel-Straße gewachsen war. So war der Bürgersteig 20 bis 30 Zentimeter schmaler als sonst. Beim Blick auf die Gärten im Umfeld sieht es aktuell vielerorts aber oft nicht anders aus.

Zudem – so gibt sie zu bedenken – wird etwa der Bürgersteig am Wilhelmshöher Weg durch das dort erlaubte halbseitige Parken wesentlich stärker eingeschränkt als durch den Heckenwuchs.

Als Ulrike Meyer-Neumann nach dem Besuch des städtischen Mitarbeiters am 18. Juni auch noch schriftlich aufgefordert wurde, ihre Hecke zu stutzen, hatte sie dies bereits von einer Fachfirma erledigen lassen. Die Hecke behindert nun augenscheinlich keinen Fußgänger mehr, der auf dem Bürgersteig unterwegs ist.

Das Straßenverkehrsamt sah das offenbar anders. So bekam sie am 28. Juni einen weiteren Brief aus dem Rathaus. Der Gehweg sei zwar nun wieder nutzbar, aber die Hecke müsse noch um 20 weitere Zentimeter zurückgeschnitten werden. Dafür habe sie nun eine Frist bis Jahresende. „Das ist doch Schikane“, sagt die Frau.

Stadt verweist auf die Verkehrssicherheit für Fußgänger

Wucherndes Grün auf städtischem Grund: Diese Büsche wurden inzwischen von den Stadtreinigern geschnitten.

Der Gehweg sei an dieser Stelle nur 1,25 Meter breit. Ein Rollstuhl habe eine Breite von 1,20 Metern. In ein paar Wochen werde die Hecke wieder den Gehweg behindern. Leider gebe es immer mehr Fälle, in denen Eigentümern ihren Pflichten nicht nachkämen.

Einige Hundert Meter weiter am Wilhelmshöher Weg war zu beobachten, dass auch auf städtischen Flächen der Heckenschnitt nicht immer frühzeitig erfolgt. An den dortigen Glascontainern wucherte die Hecke 30 bis 40 Zentimeter in den Gehweg. Für den Schnitt seien die Stadtreiniger zuständig, teilt die Stadt mit. Diese hätten inzwischen die Büsche zurückgeschnitten. Aufgrund der Masse des städtischen Grüns könne es in Einzelfällen aber immer mal wieder zu Behinderungen kommen.

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