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Tram-Ausbau in Kassel: KVG will noch dieses Jahr ein Ergebnis vorlegen

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Von: Andreas Hermann

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Trams und Autos müssten sich wegen der Enge in Harleshausen (hier die Wolfhager Straße in Höhe Friedhof) und auch in Waldau die Fahrspuren teilen.
Trams und Autos müssten sich wegen der Enge in Harleshausen (hier die Wolfhager Straße in Höhe Friedhof) die Fahrspuren teilen. © Stadt Kassel

Es gibt neue Kriterien zur Förderfähigkeit von Straßenbahn-Neubaustrecken. Die Grünen hoffen daher auf „Durchbruch“ für die Projekte in Kassel.

Kassel – Seit Juli wird der Ausbau und damit die Förderfähigkeit von Streckenausbauten im Schienenverkehr neu bewertet. Das lässt die Kasseler Grünen auf den Durchbruch für die in Kassel angedachte Verlängerung des Straßenbahn-Netzes in Richtung Harleshausen und Waldau sowie für die Herkulesbahn hoffen. Die Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG) bremst die Erwartungen auf Anfrage ab. Sie kündigt das Ergebnis ihrer Nutzen-Kosten-Untersuchung (NKU) für Ende 2022 an.

Wie berichtet, hatte der auf mehr als 100 Millionen Euro geschätzte Tram-Ausbau nach Harleshausen bislang keine Chance auf Förderung durch Bund und Land. „Seit Jahresbeginn überarbeiten wir die Nutzen-Kosten-Untersuchung, wobei es sich um ein sehr aufwändiges und komplexes Verfahren handelt“, berichtet KVG-Sprecherin Heidi Hamdad. Unterstützt werde man dabei von der Firma Intraplan, die die neue Standardisierte Bewertung mit erarbeitet habe. Somit habe die KVG „genau den richtigen Partner ausgewählt“, mit dem es möglich gewesen sei, wesentliche Elemente der Bewertung schon vor deren Veröffentlichung zu betrachten.

Nach KVG-Angaben überarbeitet die Stadt Kassel derzeit das Verkehrsmodell. Diese Überarbeitung sei jetzt so weit, dass erste Elemente in die NKU einfließen könnten. „Wir planen, zum Jahresende ein Ergebnis vorzulegen“, kündigt Hamdad an. Damit sei die KVG „in einem sehr guten Zeitrahmen“. Man habe immer gesagt, dass nach der neuen Standardisierten Bewertung der Nutzen-Kosten-Indikator (NKI) besser sein werde als vorher. Hamdad: „Wir werden aber erst weitere Aussagen treffen, wenn die Ergebnisse von Intraplan vorliegen.“

„Die Trams nach Harleshausen und Waldau nehmen Fahrt auf“, freut sich Sven Schoeller, der verkehrspolitische Fraktionssprecher der Grünen. Die wichtigen Verkehrsprojekte der Trams nach Harleshausen und Waldau sowie die Herkulesbahn stünden vor einem möglichen Durchbruch. Die neue Standardisierte Bewertung sei in Kraft. Mit der Überarbeitung sei an „relevanten Stellschrauben justiert“ worden, die eine Förderfähigkeit des Tram-Ausbaues nach Harleshausen nunmehr „sehr wahrscheinlich“ mache.

Er gehe davon aus, dass die KVG den Prozess der Überarbeitung des Kriterienkatalogs intensiv verfolgt habe und bereits eine fundierte Prognose zur Förderfähigkeit abgeben könne, meint Schoeller. Jedenfalls sei keine Zeit mehr zu verlieren. Das 9-Euro-Ticket habe gezeigt, wie groß das Interesse an der Nutzung alternativer und umweltfreundlicher Fortbewegungsmittel sei, wenn die Rahmenbedingungen stimmten. Schoeller: „Hier ist es jetzt Aufgabe der Politik, dranzubleiben und Lösungen zu präsentieren. Der Ausbau der Schieneninfrastruktur in Kassel ist hierfür ein wichtiger Meilenstein.“ (Andreas Hermann)

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