Hilfe und Spenden benötigt

Wau-Mau-Insel abgesoffen - Kleintiere nach Starkregen evakuiert

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Kleintierbereich wurde evakuiert: Die Kaninchen halten sich derzeit im Welpenzimmer des Tierheims an der Schenkebier Stanne auf. Die Wau-Mau-Insel hofft auf Spenden für die Sanierung.

Kassel. Feuchte Wände im Kasseler Tierheim Wau-Mau-Insel sorgen für Raumnot: Wegen des vielen Regens der vergangenen Wochen musste der Kleintierbereich, in dem insgesamt 80 Kaninchen, Meerschweinchen, Mäuse und Ratten untergebracht waren, evakuiert werden.

Die Kaninchen befinden sich jetzt im Welpenzimmer.

Zwei „schwierige Hunde“, für die dieser Raum eigentlich vorgesehen war, habe man zum Glück in ein befreundetes Tierheim, den Tierschutzhof Osnabrück, abgeben können, sagt Karsten Plücker, Leiter der Wau-Mau-Insel.

Auf Spenden angewiesen

Von anderen Einrichtungen, die ebenfalls dem Bund gegen den Missbrauch der Tiere e.V. angehören, erhofft sich Plücker jetzt auch finanzielle Unterstützung in Form eines Darlehens, um den Bereich wieder sanieren zu können. Noch besser wäre es, das Tierheim an der Schenkebier Stanne bekäme Spenden beziehungsweise Firmen würden ihre Arbeitskraft kostenlos anbieten, sagt Plücker.

Es gibt auch Positives aus der Wau-Mau-Insel: Plücker beobachtet, dass sich das Verhalten vieler Tierhalter in den vergangenen zwei bis drei Jahren zu Ferienbeginn geändert hat. Seither würden nicht mehr so viele Tiere ausgesetzt, wenn es in den Sommerurlaub geht. „Der Stellenwert von Tieren hat in unserer Gesellschaft zugenommen, zudem haben wir viel Aufklärung betrieben“, sagt Plücker. Die Menschen würden sich mittlerweile mehr Gedanken machen, bevor sie einen Rassehund anschaffen. „Wer einen Hund für 1000 Euro kauft, ist auch bereit, mit ihm in die Hundeschule zu gehen und die Tierarztkosten zu zahlen.“ Anders sehe es nach wie vor bei geschenkten oder preiswerten Hunden aus: „70 Prozent der Hunde, die bei uns landen, haben ihre Halter über Ebay bekommen.“

Rottweiler ausgesetzt

Trotz dieses Trends zu Ferienbeginn werde das Tierheim immer wieder mit verantwortungslosen Menschen konfrontiert.

Am Sonntag sei eine Rottweiler-Hündin unangeleint auf dem Hof der Wau-Mau-Insel ausgesetzt worden. Da die Hündin registriert ist und bereits im Frühjahr in dem Tierheim war, konnte Plücker Kontakt mit dem Besitzer in Vellmar aufnehmen.

„70 Prozent der Hunde, die bei uns landen, haben ihre Halter über Ebay bekommen.“

Der habe behauptet, den Hund nach Kassel verkauft zu haben. Die Hündin sei aber weder in Vellmar noch in Kassel gemeldet. Da Rottweiler als Kampfhunde gelten, hat Plücker den Fall ans Ordnungsamt gemeldet.

Ärger bereiteten auch immer wieder Kommunen, die sich nicht um Fundkatzen kümmern, sagt Plücker. Wie zum Beispiel Wolfhagen. Diese Woche habe eine Frau aus Wolfhagen eine herrenlose Katze im Kasseler Tierheim abgeben wollen, da die Gemeinde sich dafür nicht verantwortlich fühle. „Normalerweise müsste man den Gemeinden die Katzen auf den Tisch setzen. Laut Gesetz handelt es sich um Fundstücke“, sagt Plücker. Während Wolfhagen sich um den Beitrag für das Tierheim drücke, zahle die Stadt Kassel pro Jahr eine Pauschale von 250.000 Euro.

Tierheim Wau-Mau-Insel, Schenkebier Stanne 20, 34128 Kassel, Tel. 05 61/ 86 15 680, http://www.wau-mau-insel.de

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