Hoffnung für den Bahnhof

Harleshausen: Zugang zur Regiotram doch bald barrierefrei?

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Seit Jahren ist der Zustand des Bahnhofs Harleshausen den Stadtteilbewohnern ein Ärgernis: Jetzt besteht Hoffnung, dass er barrierefrei umgebaut wird. Unser Foto zeigt Ortsvorsteher Reinhard Wintersperger, der häufig die Regiotram nutzt.

Kassel. „Der Zustand unseres Bahnhofs in Harleshausen ist uns seit Langem ein Dorn im Auge“, sagt Ortsvorsteher Reinhard Wintersperger (SPD). Immer wieder hatten die Stadtteilparlamentarier Missstände wie Vandalismus und Vermüllung moniert.

Vor allem aber kritisierten sie, dass der Bahnhof an der Wolfhager Straße, an dem bis auf einen Zug hauptsächlich die Regiotram im 30-Minuten-Takt haltmacht, nicht barrierefrei ist. Jetzt besteht Hoffnung, dass sich daran etwas ändert.

Zum Start der Regiotram war vom Nordhessischen Verkehrsverbund (NVV) bereits thematisiert worden, dass am Bahnhof ein Fahrstuhl fehlt, um barrierefrei an die Gleise zu gelangen. Da die errechneten Kosten inklusive Rückbau sehr hoch waren, wurde von einem Umbau Abstand genommen, sagte NVV-Sprecherin Sabine Herms.

Jetzt ist neue Bewegung in das Thema Barrierefreiheit gekommen. Die Finanzierungsvereinbarung zwischen NVV, dem Land Hessen und der Bahn ist kürzlich ergänzt worden. Eine wichtige Veränderung: Der Bahnhof Harleshausen wurde in die Vereinbarung aufgenommen. Das bedeutet: Wird der Bahnhof barrierefrei ausgebaut, beteiligen sich Land und Bund mit 85 Prozent an den Kosten, 15 Prozent müsste die Stadt Kassel beisteuern. Der NVV habe ein „erhöhtes Interesse“, den Bahnhof barrierefrei auszubauen, sagte Herms, umso mehr, als die Fahrgastzahlen sehr gut seien: Täglich steigen in Harleshausen 500 Menschen in die Regiotram ein und aus. „Wir schauen, wie es jetzt weitergehen kann“, sagte Herms. Mit fünf bis sechs Jahren Planungszeit müsse jedoch gerechnet werden. Auch über Kosten könnten noch keine Angaben gemacht werden. Fest stehe, dass die Statik der Brücke keinen Aufzug zulässt.

Zu den Optionen zählt, dass geprüft wird, ob es möglich ist, den Bahnsteig in Teilen statt in seiner Gesamtlänge abzusenken, um den Höhenunterschied zwischen Bahnsteigkante und Tram-Einstieg von jetzt 17 cm anzugleichen. Herms: „Wir sind in der glücklichen Situation, über alles neu nachdenken zu können.“

Eine Barrierefreiheit des Bahnsteigs macht auch insofern Sinn, weil für das geplante Harleshäuser Neubaugebiet Zum Feldlager ein barrierefreier Zugang zum Bahnhof vorgesehen ist.

Fotos: Vandalismus im Bahnhof Harleshausen

Vandalismus im Bahnhof Harleshausen

Auch die Bahn äußerte sich gegenüber der HNA zum Zustand des Bahnhofs: Das seit zwei Jahren mit einem Gitter abgesperrte ehemalige Empfangs- und Wartehäuschen, das jetzt mit Graffiti und anderem beschmiert und im Inneren stark vermüllt ist, werde demnächst gereinigt, sagte eine Bahnsprecherin. Am Gebäude selbst werde sich jedoch so bald nichts ändern. Ein Abriss komme nicht infrage, weil es bahnintern genutzt wird. Da es für die Tramgäste nicht mehr zur Verfügung stehe, müsse es abgesperrt bleiben. Pläne, was mit dem Gebäude passieren soll, habe die Bahn nicht.

Von Christina Hein

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